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Warum verachte ich Menschen, die ich nicht mal kenne?

Seit vielen Jahren lehne ich einen Schlag Menschen vom ersten Moment an ab: Menschen, die in Gruppen selbstbewusst auftreten, laut reden und lachen, Witze reißen, alle mit einbeziehen, im Mittelpunkt stehen. “Was glaubt der eigentlich, wer er ist?” und “Alles, was der von sich gibt, ist saudumm!” sind typische Gedanken, die bei mir in solchen Situationen aufkommen.

Neulich waren wir zu einer Feier eingeladen, an der Kinder aus der Kita sowie deren Eltern teilgenommen haben. Ich kannte die anderen Eltern allenfalls vom sehen. Auf dieser Feier gab es einige Väter, die genau wie oben beschrieben aufgetreten sind. Und bei mir sind genau die oben beschriebenen Gedanken aufgekommen. Ich hatte sofort eine Abneigung gegen diese Väter, ohne überhaupt mit ihnen gesprochen zu haben. Ins Gespräch kommt man logischerweise mit dieser Abneigung im Kopf nicht.

Nach der Feier sind mir viele Gedanken durch den Kopf gegangen. Woher kommt diese reflexartige Abneigung gegen Menschen, die ich nicht einmal kenne? Ich erinnerte mich an das Buch “Self-Compassion: Stop Beating Yourself Up and Leave Insecurity Behind” von Kristin Neff, das ich vor kurzem gelesen hatte. Neff beschreibt das Phänomen, dass Menschen, die eine bestimmte Eigenschaft an sich nicht mögen, automatisch andere Menschen ablehnen, die diese Eigenschaft meistern. Das Phänomen heißt sozialer Vergleich. Dabei distanzieren wir uns von Menschen, deren Erfolg uns schlecht gegenüber uns selbst fühlen lässt. Ich glaube, so ist das bei mir auch.

Ich kämpfe seit vielen Jahren dagegen an, dass ich es nicht schaffe, mich in Gruppensituationen, insbesondere mit fremden Menschen, aktiv einzubringen. Die oben genannten Menschen können das offensichtlich. Der soziale Vergleich, der in meinem Kopf stattfindet, führt dazu, dass ich mich schlecht fühle. Deshalb sind mir diese Menschen sofort unsympathisch. Wenn ich im Nachhinein darüber nachdenke, muss ich zugeben, dass die Väter auf der Party überhaupt nicht unsympathisch waren, sondern eigentlich ganz ok.

Kristin Neff schlägt in ihrem Buch eine Lösung für dieses Problem vor: Selbstmitgefühl. Konkret bedeutet das, nicht die ganze Zeit Fehler an sich zu suchen und verbessern zu wollen, sondern sich selbst stattdessen so zu lieben und zu akzeptieren, wie man ist. In meinem Fall bedeutet das, dass ich die Schwierigkeiten in Gruppensituationen als Teil von mir selbst anerkenne und ebenso würdige, dass diese Eigenschaft menschlich ist. Ich bin mit diesem Problem nicht allein. Es gibt auf der Welt viele Menschen, die das gleiche Problem haben. Es gibt also keinen Grund, mich dafür zu kritisieren und zu verurteilen.

Ich bin überzeugt davon, dass der Reflex, selbstbewusst auftretende Menschen abzulehnen, verschwindet, wenn ich es schaffe, meine Introvertiertheit und Schüchternheit als Teil von mir selbst zu akzeptieren. Wenn das der Fall ist, fehlt mir im Vergleich zu den extrovertierten und selbstbewussten Menschen nichts mehr. Ich könnte viel entspannter an solche Situationen herangehen, nämlich ohne mich selbst unter Druck zu setzen, etwas beitragen zu müssen. Ironischerweise würde es mir ohne diese Druck vermutlich sogar leichter fallen, mich in die Gruppe einzubringen.

Gibt es Menschen mit bestimmten Eigenschaften, die Du ablehnst, weil Dich der soziale Vergleich schlecht fühlen lässt? Was ist Deine Strategie dagegen? Ich freue mich über Deine Antworten in den Kommentaren. Bitte teile den Artikel in Deinem Netzwerk, wenn er Dir gefallen hat. Du kannst mir außerdem auf Twitter folgen.

Mut zur Verletzlichkeit

In diesem Artikel geht es um ein Buch, das ich kürzlich gelesen habe, und zwar “Daring Greatly: How the Courage to Be Vulnerable Transforms the Way We Live, Love, Parent, and Lead” von Brené Brown. Brown ist eine Wissenschaftlerin, die zu den Themen Verletzlichkeit und Scham forscht. Populär wurde sie durch ihren erfolgreichen TED-Talk The power of vulnerability.

Im Buch geht es um ein Thema, über das ich vor vier Jahren schon einmal geschrieben habe: wie wir viele Aspekte unseres Lebens verbessern können, indem wir den Mut dazu haben, Verletzlichkeit zu zeigen. Der Ausdruck “Daring Greatly” stammt aus der Rede “Citizenship in a Republic”, die Theodore Roosevelt 1910 an der Sorbonne in Paris gehalten hat:

It is not the critic who counts; not the man who points out how the strong man stumbles, or where the doer of deeds could have done them better. The credit belongs to the man who is actually in the arena, whose face is marred by dust and sweat and blood; who strives valiantly; who errs, who comes short again and again, because there is no effort without error and shortcoming; but who does actually strive to do the deeds; who knows great enthusiasms, the great devotions; who spends himself in a worthy cause; who at the best knows in the end the triumph of high achievement, and who at the worst, if he fails, at least fails while daring greatly.
Theodore Roosevelt, “Citizenship in a Republic”, 1910

Im modernen Leben gibt es eine tragische Ironie: viele Menschen fühlen sich voneinander isoliert durch Gefühle, die sie gemeinsam haben, z.B. Versagensangst oder das Gefühl, nicht genug zu sein. Das Ziel Browns ist es, Menschen zu vermitteln, wie man ein großherziges Leben (im Original: Wholeheartedness) führt. Das beinhaltet den Mut, Unsicherheit, Sichtbarkeit und emotionale Risiken zu konfrontieren sowie das Wissen, dass man genug ist.

Was läuft in unserer Kultur schief?

Ein Problem in unserer Kultur ist Narzissmus. Brown definiert Narzissmus als die auf Scham basierende Angst davor, gewöhnlich zu sein. Wir haben Angst davor, nie außergewöhnlich genug zu sein um bemerkt zu werden, geliebt werden zu können, dazuzugehören oder einen Lebenszweck zu erschaffen. Die unterliegende kulturelle Botschaft lautet: “Ein gewöhnliches Leben ist ein bedeutungsloses Leben!

Ein weiteres Problem ist die ”Nicht genug”-Kultur. Ein Großteil unserer Gedanken dreht sich tagein tagaus darum, was gerade nicht genug ist. Wir vergleichen alles mit einer mediengetriebenen oder einer selbst ausgedachten Vision von Perfektion.

Überwindung von Scham

Wie anfangs bereits erwähnt, ist ein Ziel eines großherzigen Lebens der Mut, Verletzlichkeit zu zeigen. Hier zeigt Brown ein weiteres Paradox in unserer Kultur auf: Verletzlichkeit nehmen wir bei anderen Menschen als Mut, bei uns selbst aber als Schwäche wahr.

Wenn wir nicht gut darin sind, Verletzlichkeit zu zeigen, sind wir meist umso besser darin, uns zu schämen. Dabei hängt unser Selbstwertgefühl komplett davon ab, ob andere mögen, was wir tun oder nicht. Wenn wir es schaffen, Scham zu überwinden, können wir das Feedback zu dem, was wir tun, komplett von unserem Selbstwertgefühl trennen. Das macht es viel einfacher, mutig zu sein und unsere Talente zu teilen. Theoretisch ist die Überwindung von Scham extrem einfach: Scham löst sich auf, wenn man darüber spricht, am besten mit jemandem, der sich empathisch zeigt. Wir müssen Scham überwinden, um verletzlich sein zu können. Wenn wir Scham überwinden und stattdessen verletzlich sind, können wir nach einem Misserfolg sagen, dass wir nur mutig waren und es nochmal versuchen. Wenn wir allerdings den Scham gewähren lassen, versuchen wir es nach einem Misserfolg nie wieder.

Wichtige Voraussetzungen für Verletzlichkeit

Um Verletzlichkeit zeigen zu können, muss man zwingend Selbstmitgefühl entwickeln. Dazu gehört, warmherzig und verständnisvoll zu sich selbst zu sein anstatt den Schmerz zu ignorieren und Selbstkritik zu üben (Selbstliebe). Außerdem muss man das eigene Leid und die schlechten Gefühle sich selbst gegenüber als menschlich ansehen und nicht nur auf sich selbst beziehen (gemeinsame Menschlichkeit). Zuletzt muss man ausgeglichen auf negative Gefühle und Emotionen reagieren, nichts sollte unterdrückt oder überbewertet werden (Achtsamkeit).

Eine weitere wichtige Voraussetzung für Verletzlichkeit ist ein Gefühl der Zugehörigkeit. Hierbei handelt es sich um das menschliche Verlangen, zu etwas dazuzugehören, das größer ist als man selbst. Ein Gefühl der Zugehörigkeit kann nur entstehen, wenn wir unser authentisches, unperfektes Selbst präsentieren. Dadurch kann es niemals größer sein als unser Maß an Selbstakzeptanz.

Die letzte Voraussetzung, auf die ich hier eingehen möchte, ist ein vernetztes Leben. Dazu gehört es, Grenzen zu setzen und weniger Zeit damit zu verbringen, unwichtige Leute zufrieden zu stellen. Stattdessen muss man den Wert darin erkennen, an Beziehungen mit der eigenen Familie und engen Freunden zu arbeiten.

Großherzige Erziehung

Im letzten Kapitel des Buches beschreibt Brown, wie wir ihre Forschungsergebnisse in der Kindererziehung anwenden können. Eine zentrale Aussage ist, dass die Frage der richtigen Erziehung nicht so wichtig ist wie die Frage danach, ob man selbst ein solcher Erwachsener ist, zu dem man sein Kind gern werden sehen möchte. Wenn wir also wollen, dass unsere Kinder sich selbst akzeptieren und lieben, dann müssen wir uns selbst akzeptieren und lieben!

What we areteaches the child more than what we say, so we must be what we want our children to become.
Joseph Chilton Pearce

Was wir als Kind über uns selbst und darüber, wie wir mit der Welt interagieren, lernen, sorgt entweder dafür, dass wir einen signifikanten Teil unseres Lebens damit verbringen müssen, uns unseren Selbstwert zurückzuerkämpfen, oder stattet uns mit Hoffnung, Mut und Widerstandsfähigkeit für unsere Reise aus. Großen Wert legt Brown darauf, wie wir mit Kindern sprechen wenn sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Sie sollen sich schuldig fühlen (“mein Verhalten war schlecht”), sich aber nicht schämen (“ich bin schlecht”). Folgendes Zitat hat mir diesbezüglich sehr gefallen:

„Charlie also gets the distinction between shame and guilt. When I found our dog pulling food out of the trash can, I scolded her by saying ‚Bad Girl!‘ Charlie came sliding around the corner, shouting, ‚Daisy is a good girl who made a bad choice! We love her! We just don‘t love her choices!“

Fazit

Mich hat das Buch sehr angesprochen. Ich habe mich mit vielen Aussagen identifizieren können, denn auch ich leide unter Scham und zeige deshalb oft nicht viel von mir. Damit einher geht, dass Browns Definition von Narzissmus auf mich ebenfalls gut passt. Ich hoffe, dass ich den Scham mit dem, was ich aus diesem Buch mitgenommen habe, bekämpfen kann und in Zukunft in der Lage bin, mehr von mir zu zeigen. Das halte ich für eine wichtige Voraussetzung dafür, mich mit anderen Menschen vernetzen zu können. Ich denke, Brené Brown würde mir zustimmen.

Der Spaßverderber


Du bist mit deinen besten Freunden in einer fremden Stadt.
Der einzige Veganer in der Gruppe.
Ihr sucht etwas zu essen, findet ein gut bewertetes Restaurant.
Schon beim Betreten willst du wieder raus.
Hofbräuhausatmosphäre. Extrem fleischlastig.
Du hattest dir vorgenommen, deine Wünsche zurückzustellen.
Willst kein Spaßverderber sein.
Du sagst nichts. Ihr geht rein.

Für dich ist der Laden primitiv und verabscheuenswert.
Auf den Tischen türmen sich Fleischberge.
Das kann niemand ernsthaft gut finden, denkst du.
Es ist voll. Deine Freunde sind begeistert.
Du verstehst die Welt nicht mehr.
Es zieht dich runter. Deine Laune ist finster.

Noch Tage später grübelst du.
Zweifelst deine Werte an.
Hinterfragst dein Verhalten.
Vielleicht hättest du deine Abneigung äußern müssen.
Im Nachhinein ist das einfach.
Oder doch lieber gleichgültig sein? Nicht so runterziehen lassen?
Du kannst es nicht mehr ändern.

Wie reagierst du beim nächsten Mal?

Fundstücke 004

In den Fundstücken verlinke ich in unregelmäßigen Abständen fünf interessante Links, auf die ich gestoßen bin.

Smiling Scots, worried Welsh and lazy Londoners: survey maps regional personality types | Science | The Guardian
In Großbritannien gab es eine groß angelegte Studie darüber, welche Persönlichkeitstypen vermehrt in welcher geographischen Gegend wohnen. So eine Studie würde ich gern in Deutschland sehen.

Pasta salad with rucola, tomato and basil tofu | The vegan vulture
Ein weiteres Rezept meiner besseren Hälfte. Diesmal ist es einfach und leicht, aber trotzdem lecker. Der Sommer kann kommen!

The 100 Best Websites for Writers in 2015 | The Write Life
Umfassende Linkliste mit Ressourcen übers Schreiben. Da sollte für jeden etwas dabei sein, der sich ein bisschen mit dem Schreiben befassen möchte.

TinEye Reverse Image Search
Das Internet kann mich noch überraschen. Von der Existenz von Rückwärtssuchen für Bilder wusste ich bisher noch nicht. Man lädt ein Bild hoch oder gibt die URL zu einem an und TinEye verrät einem die Quelle(n) des Bildes. Ich fand es beeindruckend.

The Science Of Why You Should Spend Your Money On Experiences, Not Things | Fast Company
Wir sollen unser Geld lieber für Erlebnisse ausgeben, als für Materielles, weil das langfristig glücklicher macht. Menschen kaufen trotzdem lieber Dinge, weil sie davon länger etwas hätten als von einem zeitlich begrenzten Erlebnis. Ich könnte mir als zusätzlichen Grund noch vorstellen, dass viele Menschen einfach ein so vollgepacktes Leben haben, dass gar keine Zeit mehr für Erlebnisse bleibt und so stattdessen materielle Dinge gekauft werden.

Überwinde die Angst vor Ablehnung

Avoid Criticism

Wenn ich hier im Blog einen Artikel veröffentliche, dann teile ich ihn auf Twitter. Auf Facebook teile ich ihn allerdings nicht. Diese Entscheidung habe ich nie bewusst getroffen, es hat sich intuitiv so ergeben. Als ich letztens darauf aufmerksam geworden bin, wollte ich wissen, wieso diese unbewusste Entscheidung so gefallen ist und habe eine interessante Erkenntnis über mich gewonnen.

Meine Follower auf Twitter sind zum Großteil Menschen (oder Bots), die ich nicht persönlich kenne. Meine Facebook-Freunde dagegen kenne ich alle persönlich. Daraus schließe ich, dass ich zwar eigentlich will, dass meine Artikel von so vielen Menschen wie möglich gelesen werden, aber doch bitte von niemandem, der mich kennt. Wenn ich über diesen Schluss nachdenke, dann muss ich einräumen, dass er völlig richtig ist. Dieses Verhalten ist umso ausgeprägter, je persönlicher ich schreibe. So habe ich weniger Probleme damit, einen Artikel über vegane Pizza in Hamburg mit Bekannten zu teilen, als ein persönlicheres Stück wie dieses hier.

Das gleiche Prinzip trifft auch auf Feedback zu: Ich würde unheimlich gern Feedback auf meine Artikel in Form von Kommentaren oder per E-Mail bekommen, aber von jemandem im echten Leben direkt damit konfrontiert werden? Um Himmels Willen!

Dieses Verhalten kann ich auch auf andere Bereiche meines Lebens übertragen. Ich kann mich noch erinnern, dass ich vor einigen Jahren als Gitarrist in einer Coverband gespielt habe und immer sehr froh war, wenn ich niemanden im Publikum kannte. Generell fällt es mir leichter, vor Fremden aus mir heraus zu gehen als vor Bekannten. Ich vermute, dass der Grund für dieses Verhalten eine Angst vor Ablehnung ist, die ich in mir trage. Je weniger über mich bekannt ist, desto unverwundbarer bin ich und desto weniger Raum biete ich anderen für eine schlechte Beurteilung. Vor Fremden ist die Angst nicht so schlimm, weil ich dort den (Pseudo-)Schutz der Anonymität genieße.

Es gibt gute Gründe dafür, diese Angst vor Ablehnung überwinden zu wollen. Die Unverwundbarkeit gegenüber Kritik durch andere geht mit einer Unnahbarkeit einher, weil es einfach kein Profil gibt, das jemand fassen könnte. Man schwimmt eben immer mit, gestalten tun die anderen. Außerdem führt diese Angst dazu, dass man sein eigenes Verhalten so anpasst, dass man am besten gar nicht mehr auffällt und die eigene Persönlichkeit und deren Bedürfnisse unterdrückt. Verhaltensweisen, die ich an mir selbst in der Vergangenheit zur Genüge beobachten konnte.

Doch wie kann man diese Angst überwinden? Ablehnung wird es immer geben. Selbst wenn wir etwas Großartiges erschaffen wird es immer Menschen geben, durch die es schlecht beurteilt wird. Wir müssen also dafür sorgen, dass wir uns von den Beurteilungen anderer unabhängig machen. In der Regel machen wir den Fehler, dass wir Kritik nicht nur auf unser Produkt oder unser Verhalten beziehen, sondern auf uns als Menschen. Wir nehmen also an, dass eine schlechte Leistung unseren Wert als Mensch herabsetzt, was natürlich nicht stimmt. Der Grund dafür, dass wir so denken, liegt in dem Selbstbild, das wir von uns haben. Denn wenn wir selbst schlecht von uns denken, gehen wir davon aus, dass andere genauso denken. Und genau das führt zu Schüchternheit und fehlendem Selbstvertrauen. Die Verbesserung dieses Selbstbilds ist der Schlüssel zur Überwindung der Angst vor Ablehnung.

Die Quintessenz daraus ist, dass wir daran arbeiten müssen, uns selbst so zu akzeptieren wie wir sind und uns selbst auch Fehler und Mängel eingestehen. Wichtig ist die Überzeugung, dass diese Fehler und Mängel nichts an unserem Wert als Mensch ändern. Nur wenn wir diese Überzeugungen verinnerlichen, können wir uns von der Kritik und Beurteilung anderer unabhängig machen und die Angst vor Ablehnung überwinden. Der erste und meiner Erfahrung nach schwierigste Schritt auf dem Weg dahin ist, dass man sich selbst dieser Angst vor Ablehnung bewusst wird, die man in sich trägt. Nur dann kann man aktiv daran arbeiten, sein Selbstbild zu verbessern.

“Avoid Criticism” by Celestine Chua is licensed under CC BY 2.0

Was ist Persönlichkeit?

Wir wissen, dass jeder Mensch eine Persönlichkeit hat und einzigartig ist. Doch was verstehen wir eigentlich unter Persönlichkeit? Diese Frage stellt sich auch die Psychologie in der Disziplin Differenzielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie. Im Rahmen dieser gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien, die jeweils auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, Persönlichkeit zu definieren und zu erfassen. Dieser Artikel ist der Versuch, einen Überblick über die verschiedenen Ansätze zu geben.

Historische Erfassungsversuche

Das Wort Persönlichkeit ist vom lateinischen Wort persona abgeleitet und bedeutet Maske. Hieraus lässt sich schließen, dass die Persönlichkeit dem nach außen sichbaren Bild eines Menschen entspricht, also aus den Eigenschaften, die von anderen wahrgenommen werden (sollen).

Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus begründete Aristoteles bzw. einer seiner Schüler die Physiognomik. Hier wurde versucht, aus dem Gesichtsschnitt eines Menschen Aussagen über dessen Persönlichkeit abzuleiten. Dieser Ansatz erlangte noch einmal eine große, allerdings nur sehr kurzfristige Popularität im 18. Jahrhundert, bevor er wegen seiner hohen Subjektivität und seiner hohen Anfälligkeit gegenüber Vorurteilen aus dem Fokus verschwand.

Im späten 18. Jahrhundert entwickelte der deutsche Arzt Franz Josef Gall die Phrenologie. Die Annahme war, dass man aus dem Bau des Schädels auf die charakterlichen Eigenschaften eines Individuums schließen kann. Dieser Annahme liegt die Vermutung zu Grunde, dass eine besonders stark ausgeprägte Eigenschaft einer Person von einer besonderen Größe des entsprechenden Hirnareals begleitet werden müsste. Als Folge dieser Vermutung wurde erwartet, dass man diese besondere Größe an Hand von Ausbuchtungen oder Vorwölbungen der Schädeldecke feststellen kann. Die phrenologische Vermessung der Schädeldecke sollte Rückschlüsse auf individuelle Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen erlauben. Dieser Ansatz blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein populär.

Im 19. Jahrhundert erfand der französische Priester, Gelehrte und Schriftsteller Jean Hippolyte Michon die Grafologie. Deren Grundgedanke war, dass die Persönlichkeit und die Fähigkeiten eines Menschen zumindest teilweise auch durch seine Motorik zum Ausdruck kommen. Somit sollten die Schreibbewegungen einer Person als psychodiagnostisches Deutungsmittel verwendbar sein. Diese Technik wird teilweise heute noch zur Persönlichkeitsbeurteilung eingesetzt, zum Beispiel immer dann, wenn im Rahmen einer Bewerbung etwas Handschriftliches eingefordert wird.

Bedeutung von Persönlichkeit in den verschiedenen Persönlichkeitstheorien

Im Folgenden wird beschrieben, welche Bedeutung die Persönlichkeit in den verschiedenen Persönlichkeitstheorien der differenziellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie hat.

Psychoanalyse

Die Psychoanalyse begreift den Menschen als ein energetisches System, das aus dem Sexualtrieb und dem Aggressionstrieb gespeist wird. Aus diesen Trieben entsteht eine psychische Energie, die vom psychischen Apparat eines Menschen verwaltet wird. Dieser psychische Apparat ist die Struktur der Persönlichkeit eines Menschen und besteht aus den drei Instanzen Es, Ich und Über-Ich.

Der Urspung der Triebe befindet sich im Es. Dieses strebt die sofortige Befriedigung der Triebe an, hat dabei aber keinen Kontakt zur Außenwelt, das heißt alle Prozesse im Es sind unbewusst. Freud nahm an, dass menschliches Verhalten hauptsächlich durch unbewusste Triebimpulse gesteuert ist.

Als Vollstrecker der Triebe dient das Ich. Dieses hat die Aufgabe, zwischen den Triebbedürfnissen des Es und der Außenwelt zu vermitteln. Dazu stehen ihm die sogenannten Ich-Funktionen, zum Beispiel Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis und Willkürmotorik, zur Verfügung. Diese Funktionen ermöglichen es dem Individuum, mit der Umwelt zu interagieren und sie zu beeinflussen.

Als moralische Instanz des psychischen Apparats dient das Über-Ich. Dieses repräsentiert traditionelle Werte und Ideale der Gesellschaft. Es versucht, inakzeptable Impulse aus dem Es zu hemmen und das Ich zu überreden, realistische durch ethische Ziele zu ersetzen und nach Vollkommenheit zu streben. Zu diesem Zweck kann das Über-Ich das Ich entweder belohnen oder bestrafen: Handelt das Ich nicht nach dem Über-Ich, so wird es mit Schuldgefühlen gestraft. Handelt es dagegen nach dem Über-Ich, so wird es mit Stolz belohnt.

Behaviorismus

Der Behaviorismus sieht die Psychologie als streng experimentell ausgerichtete Disziplin der Naturwissenschaften. Nach dieser Theorie ist beobachtbares Verhalten nur von physikalischen Umweltbedingungen abhängig, es gibt weder angeborene Instinkte noch biologisch determinierte Persönlichkeitseigenschaften. Persönlichkeitsmerkmale sind durch klassische und operante Konditionierung erworbene Verhaltensweisen. Die Summe dieser Verhaltensweisen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens, insbesondere in der frühen Kindheit, ausbildet, entspricht der Persönlichkeit des Menschen.

Soziale Lerntheorie

Die sozialen Lerntheorien betrachten die Wechselwirkung zwischen dem Individuum und seiner bedeutsamen Umwelt. Um menschliches Verhalten verstehen zu können, muss man die individuelle Lerngeschichte und die Umweltreize, die die Person wahrnimmt und auf die sie reagiert, berücksichtigen. Die Persönlichkeit ist hier ein relativ stabiles Gefüge der individuellen Möglichkeiten, in einer bestimmten sozialen Situation zu reagieren. Da ständig neue Erfahrungen gemacht werden, ist die Persönlichkeit ständigen Veränderungen unterworfen. Allerdings werden diese neuen Erfahrungen aber von früheren Erfahrungen beeinflusst, wodurch die Persönlichkeit eine gewisse Stabilität erlangt.

Kognitive Persönlichkeitstheorien

In den kognitiven Persönlichkeitstheorien werden die interindividuellen Unterschiede in der Art und Weise, wie eine Person sich selbst, ihre Erfahrungen und ihre Umwelt bewertet, sowie die Folgen daraus für ihr Verhalten, betont. Grundlage für diese Bewertungen sind sogenannte Konstrukte. Ein Konstrukt ist ein Ordnungsprinzip, nach dem Erfahrungen im Hinblick auf die eigene Person und die soziale und materielle Umwelt unterschieden und mit Bedeutung versehen werden. Unterscheidungen auf Grundlage von Konstrukten müssen nicht verbalisiert sein und nicht bewusst erfolgen. Die Art und Weise, wie eine Person auf der Grundlage der Konstrukte künftige Ereignisse antizipiert, entscheidet, wie sie fühlt, denkt und handelt. Die Menge aller Konstrukte einer Person, also ihr Konstruktsystem, ist ihre spezifische Art und Weise, Erfahrungen zu strukturieren und ihnen Bedeutung zu verleihen. Dieses Konstruktsystem entspricht der Persönlichkeit.

Humanistische Persönlichkeitstheorie

Die humanistische Psychologie geht davon aus, dass jedes Individuum über ein Potential für positives Wachstum und physische wie auch psychische Gesundheit verfügt.

Ein wichtiger Begriff ist hier das Erfahrungsfeld eines Individuums. Dieses beschreibt die Art und Weise, wie ein Individuum seine Umwelt wahrnimmt und erlebt. Dazu zählen sowohl bewusste Erfahrungen, die durch Reize aus der Außenwelt entstehen als auch Erfahrungen, die auf Prozesse innerhalb des Körpers zurückgeführt werden können (erlebte Zustände oder momentane Befindlichkeiten). Unbewusste physiologische Prozesse wie bspw. Stoffwechselvorgänge gehören hingegen nicht dazu. Das Erfahrungsfeld ist das subjektive innere Bezugssystem einer Person und laut Rogers der bestmögliche Ausgangspunkt zum Verständnis eines jeden Individuums.

Der Anteil des Erfahrungsfeldes eines Individuums, der die eigene Person betreffend erlebt wird, wird als das Selbst bezeichnet. Das Selbst ist ein überdauerndes Muster von Wahrnehmungen, das durch eine interne Struktur charakterisiert ist. Das bedeutet nicht, dass das Selbst starr oder unveränderbar ist, viel mehr bleibt im Falle der Veränderung des Selbst eine organisierte Qualität erhalten. Das Selbst wird auch als Struktur der Persönlichkeit betrachtet.

Konstitutionspsychologische Ansätze

Die zentrale Annahme der konstitutionspsychologischen Ansätze ist, dass ein Zusammenhang zwischen dem Körperbau einer Person und deren Persönlichkeit besteht. Eine besondere Bedeutung hat die Frage nach einer gemeinsamen biologischen Grundlage von Körperbau und Persönlichkeit.

Die Persönlichkeit wird dadurch bestimmt, dass den Personen auf Basis ihres Körperbaus grundlegende Persönlichkeitstypen zugeordnet werden. Diese Persönlichkeitstypen umfassen psychische und physische Aspekte des Individuums. Es gibt jedoch keine allgemein akzeptierte Klassifikation von Persönlichkeitstypen.

Eigenschaftstheorien

Die Eigenschaftstheorien definieren sich dadurch, dass sich die Persönlichkeit dort durch die Ausprägung von Eigenschaften (Persönlichkeitsmerkmale) beschreiben lässt. Die verschiedenen Eigenschaftstheorien unterscheiden sich darin, welche und wie viele Eigenschaften für die umfassende Beschreibung und Erklärung der menschlichen Persönlichkeit als grundlegend erachtet werden.

Eine Eigenschaft ist eine Klasse von funktional äquivalenten Verhaltens- und Erlebensweisen (z.B. Ängstlichkeit), die über die Zeit und unterschiedliche Situationen hinweg relativ beständig ist. Verschiedene Eigenschaftstheorien haben verschiedene Annahmen über die Ursache dieser Stabilität und Konsistenz des Verhaltens (genetische Faktoren vs. Umweltfaktoren). Es gibt allerdings die allgemeine Annahme, dass jede Person im Hinblick auf jede Eigenschaft beschrieben werden kann. Die Schwäche dieser Theorie ist, dass menschliches Verhalten nicht auf die simple Art und Weise stabil und konsistent ist, wie es das theoretische Konzept der Eigenschaft impliziert.

Fazit

Was ist Persönlichkeit nun also? Diese Frage wird auch dieser Artikel leider nicht abschließend beantworten können. Wenn in der Umgangssprache von Persönlichkeit die Rede ist, ist dabei meist intuitiv der Ansatz der Eigenschaftstheorien gemeint. Meine persönlichen Favoriten unter den beschriebenen Ansätzen sind die der humanistischen Persönlichkeitstheorie sowie der kognitiven Persönlichkeitstheorien.

Ich hoffe, der Artikel konnte einen guten Überblick über die verschiedenen Ansätze der differenziellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie geben, Persönlichkeit zu definieren und zeigen, dass die Frage “Was ist Persönlichkeit?” nicht so einfach zu beantworten ist, wie man auf den ersten Blick vielleicht denken mag.

Ungesellig, finanzinteressiert, berufswechselwillig

In meinem wöchentlichen Logbuch lasse ich meine letzte Woche Revue passieren und schreibe über die Dinge, die mich gerade beschäftigen.

Stark tagesformabhängige Geselligkeitsenergie

In dieser Woche hatte ich relativ viele berufliche Meetings sowie den Mensastammtisch in der Freizeit. Dabei ist mir wieder mal richtig bewusst geworden, wie stark tagesformabhängig meine Energie dafür ist, mich in Gruppengesprächen einzubringen. Während es in einigen dieser Veranstaltungen sehr gut lief, hatte ich eine richtig grauenhafte dabei, in der ich mich zu fast gar keinem Wort durchringen konnte. Das lag nicht daran, dass ich nichts hätte beitragen können, mir lag sogar oft etwas auf der Zunge. Allerdings habe ich mich wie gelähmt gefühlt und es nicht geschafft, die Energie aufzubringen, meine Beiträge auszusprechen. Das war eine richtig schlimme Erfahrung, die mir zeigt, dass ich noch nicht so weit bin, wie ich eigentlich dachte und dass ich wieder härter an meinen sozialen Skills arbeiten sollte. Ich sehe es jetzt positiv, dass das Thema durch dieses Erlebnis wieder in meinem Bewusstsein ist und dass ich mich selber in nächster Zeit in sozialen Situationen bewusst wieder mehr pushen kann.

Cashkurs

Ganz anderes Thema: das liebe Geld. Ein trockenes, unsympathisches Thema, an dem ich bislang in meinem Leben noch nie ein Interesse hatte. Mittlerweile stört mich aber jedes Thema sehr, bei dem ich völlig unwissend von anderen abhängig bin. Wenn ich sehe, wie Kunden bei Themen beraten werden, bei denen ich mich auskenne (Elektrofachmärkte), dann stellt sich mir die Frage, ob mich ein Bankberater nicht auch so über den Tisch ziehen würde, wenn ich ahnungslos z.B. nach einer guten Anlagemöglichkeit fragte. Also habe ich den Entschluss gefasst, mich selber aufzuschlauen und meine Geschicke selbst in die Hand zu nehmen. Zu diesem Zweck habe ich mir das Buch Cashkurs von Dirk Müller gekauft und in ein paar Tagen schon fasst komplett durchgelesen. Ich hätte nicht gedacht, dass mich das Thema so begeistern kann: Das Buch ist an Anfänger wie mich gerichtet und beschreibt die wichtigsten Anlageformen, Altersvorsorgen, Versicherungen, Investmentmöglichkeiten usw. sehr unterhaltsam sowie einfach verständlich. Wer also seine persönlichen Finanzen selbst in die Hand nehmen will und noch keinen Schimmer davon hat, dem sei dieses Buch wärmstens empfohlen!

Beruflicher Kurswechsel

Mit meiner Tätigkeit als Softwareentwickler bin ich schon seit einiger Zeit nicht mehr so richtig zufrieden. Mir macht zwar die Tätigeit des Programmierens an sich Spaß, mich interessieren Dinge wie Anwendungsdesign oder neue technologische Entwicklungen aber überhaupt nicht. Obwohl ich denke, dass ich einen guten Job mache, glaube ich nicht, dass das eine gute Grundlage ist, diese Tätigkeit auch in ferner Zukunft noch auszuüben. Letztlich ist das sicherlich auch ein Mitgrund dafür, dass ich im Oktober ein Psychologiestudium angefangen habe.

Weil ich überhaupt noch keine Vorstellung davon habe, was für eine Tätigkeit ich in Zukunft ausüben könnte, beobachte ich seit einiger Zeit, welche Aspekte meiner Arbeit mir Spaß machen und welche nicht. Momentan habe ich das Glück, etwas vielfältigere Aufgaben zu haben und habe dabei festgestellt, dass es mir richtig Spaß macht, wenn es entweder um fachliche Themen (was wünscht sich der Kunde?) oder um die Arbeitsmethodik (Wie arbeiten wir als Team zusammen?) geht. Wenn es um die mögliche technische Umsetzung geht, also der Bereich, für den ich eigentlich zuständig bin, habe ich hingegen weniger Spaß. Da liegt die Schlussfolgerung nahe, dass ich mich in Zukunft eher aus der Technik entfernen und eher hin zur methodischen Beratung orientieren sollte.

Die offensichtliche Position dafür wäre die des Scrum-Masters, die ich mir im Moment sehr gut vorstellen könnte. In dieser Rolle müsste ich mich auch nicht mehr unbedingt mit dem umzusetzenden Produkt identifizieren, was mir in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn ohnehin noch nie gelungen ist. Außerdem würde ich dort auch mein Wissen aus dem Psychologie-Studium wunderbar einsetzen können. Für den Rest des Jahres bin ich auf jeden Fall noch als Softwareentwickler im Einsatz. Ein möglicher Plan wäre jetzt gegen Ende des Jahres eine Zertifizierung als Scrum Master zu machen um dann im nächsten Jahr zu versuchen, eine entsprechende Stelle zu bekommen.

Fundstücke 002

In den Fundstücken verlinke ich in unregelmäßigen Abständen fünf interessante Links, auf die ich gestoßen bin.

Lack-Offensive gegen Wildpinkler auf St. Pauli | St. Pauli Nu*de
Zurückpinkelnde Wände, wieso ist da vorher noch niemand drauf gekommen?

Why People “Fly from Facts” | Scientific American
Der Mensch glaubt an Fakten – solange sie die eigene Meinung untermauern. Tun sie das nicht, werden sie gern ignoriert oder abgetan.

Are humans getting cleverer? | BBC
Gemessen an der Performance in IQ-Tests nimmt die Intelligenz der Weltbevölkerung stetig zu. Der Artikel erklärt die Hintergründe dazu und stellt die Frage, wieso dann nicht mehr Genies unter uns wandeln als früher.

Hello and welcome to my blog! It’s all about yummy vegan recipes! | The vegan vulture
Meine (viel!) bessere Hälfte hat ein Blog gestartet und teilt im ersten Eintrag das Rezept ihrer großartigen veganen Bolognese-Sauce. Die Fastenzeit ist vorbei, also lesen, nachkochen und folgen!

“Super Mario Bros.” on Sax Quartet by myself | YouTube
Ein Medley aller möglichen Super Mario Bros. Melodien von einer Person auf vier Instrumenten eingespielt. Genial arrangiert hat es mich mit Leichtigkeit wieder zurück in meine Kindheit versetzt.

Fundstücke 001

In den Fundstücken verlinke ich in unregelmäßigen Abständen fünf interessante Links, auf die ich gestoßen bin.

11 Comics Every Introvert Will Understand
Ich habe sie alle verstanden und mich sogar in den meisten wiedergefunden. Können sich ruhig auch mal die Extros anschauen, um Verständnis für uns Intros aufzubauen.

Vegan Guide für Hamburg
Ein gedrucktes veganes Branchenbuch, das man sogar bei der Touristeninformation bekommen kann, toll! Leider wird es nicht lange aktuell bleiben, denn hier in Hamburg macht gefühlt jede Woche eine neue vegane Lokalität auf.

VITAMIN B12: A VEGAN NUTRITION PRIMER
Man kann gar nicht genug Artikel verlinken, die Klarheit über B12 schaffen. Kurzfassung für Veganer: Supplementiert B12, vorzugsweise in der Form von Cyanocobalamin. Lest den Artikel für Hintergründe!

Problems Too Disgusting to Solve
Sauberes Wasser ist immer noch ein riesiges Problem auf diesem Planeten. Es gibt Methoden, aus Klärwasser sicher und wissenschaftlich bewiesen sauberes Trinkwasser herzustellen, doch es scheitert am Ekel der Menschen. Bill Gates setzt sich für die Methode ein.

Die Kassierer
Spitzenmäßiger Artikel, der mit der Mär von der vom Staat ausgequetschten Mittelschicht aufräumt, unbedingt lesen!

Das Problem der lauten Hobbies

Ich muss mal Realitäten abgleichen. Realitäten zwischen meinen Lebensumständen, meiner Persönlichkeit und den Hobbies, die ich ausübe. Konkret geht es um die Musik. Ich spiele schon seit meinen späten Teenagerjahren Gitarre und wenn man sowas tut, träumt man natürlich auch immer davon, damit mal auf der Bühne zu stehen. Ich war auch in der Vergangenheit mal ein paar Jahre in diversen Bands mit einigen Auftritten aktiv.

Ein Traum, den ich auch immer hatte, war, dass ich meine eigenen Songs schreiben und auch selbst singen kann. Deswegen habe ich vor etwa einem Jahr angefangen, Gesangsunterricht zu nehmen. In dieser Zeit habe ich auch tolle Fortschritte gemacht, doch sowohl mit dem Gitarre spielen als auch mit dem Singen habe ich ein entscheidendes Problem: Von einigen Hochphasen abgesehen übe ich fast nie. Das hemmt den Fortschritt natürlich entscheidend, doch woran liegt das?

Meine Theorie ist die folgende: Ich bin für diese Hobbies einfach zu introvertiert. Also nicht in dem Sinne, dass ich Angst hätte, mit anderen zusammenzuspielen oder auf der Bühne zu stehen. Habe ich natürlich, aber das könnte ich trotzdem beides mit einiger Überwindung und Eingewöhnung bewerkstelligen. Nein, mein Problem ist das dauerhafte Üben zuhause.

Gitarre spielen und insbesondere Singen sind laute Hobbies, die man eben auch laut üben muss. Und mich plagen immer die Sorgen, dass ich, wenn ich anfange zu übe, jemanden belästige, und dass mich jemand, der mich kennt, hört. Daher kann ich mich zuhause immer weniger dazu überwinden, diese Hobbies auszuüben. Mit Familie inklusive Kleinkind ist die Zeit, die man in seine Hobbies stecken kann, sowieso schon begrenzt, und in diesen kleinen Zeitabschnitten (meist Abends) muss dann noch sowohl gegeben sein, dass ich von der Tageszeit her guten Gewissens üben könnte und dann müssen meine Tagesform und mein Energielevel auch noch so sein, dass ich üben und dabei gehört werden möchte. Beides zusammen trifft leider sehr selten zu.

Ohne zu üben machen solche Hobbies natürlich keinen Sinn. Ich muss mir also im Klaren sein, dass ich sie zum Spaß zwar weiterhin ausüben kann und werde, aber große Ambitionen kann ich damit nicht verfolgen. Stattdessen beschäftige ich mich momentan lieber mit lautlosen Dingen, wie z.B. dem Schreiben.

Mich würde interessieren, ob euch dieses oder ähnliche Probleme bekannt vorkommen und wie ihr damit umgeht!