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Für wen schreibe ich eigentlich?

Jeder, der regelmäßig seine eigenen Texte veröffentlichen möchte, muss sich früher oder später die Frage stellen, für wen er eigentlich schreibt. Ich habe mich bereits dafür entschieden, täglich zu schreiben und wöchentlich zu veröffentlichen. In diesem Artikel möchte ich klären, für wen ich schreibe. Ich habe mich dazu mit zwei verschiedenen Quellen befasst: “30 Days to Better Writing” von Sean McCabe und “Some Thoughts About Writing: A Minimal Guide” von Patrick Rhone.

Schreiben für eine definierte Zielgruppe

Sean McCabe empfiehlt in seinem Kurs, dass man für eine genau definierte Zielgruppe schreiben sollte. Diese sollte man so detailliert wie möglich beschreiben. Wenn man Ideen für neue Artikel sucht, sollte man sich fragen, was diese Zielgruppe möchte, welche Probleme sie hat und welche Lösungen man ihnen anbieten kann. Jeder Artikel soll ein spezifisches Problem der Zielgruppe lösen. Dieses zielgerichtete Schreiben soll dafür sorgen, dass möglichst viele Personen aus der Zielgruppe immer wieder zu den Inhalten hingezogen werden. Hintergrund ist, dass das Schreiben für McCabe letztlich ein Mittel ist, zu verkaufen.

Schreiben, worauf man Lust hat

Patrick Rhones Idee vom Schreiben ist genau gegensätzlich dazu. Ihm ist wichtig, dass man für sich selbst schreibt und vor allem über Themen, an denen man selbst Spaß hat. Dabei soll man nicht davor zurückschrecken, Persönliches in seinen Texten zu zeigen. Es muss klar sein, dass es sehr lange dauern kann, bis man eine Leserschaft aufgebaut hat und es wäre demotivierend, seinen eigenen Schreibprozess davon abhängig zu machen, wie viele Leute die eigenen Texte lesen. Ziel sollte sein, regelmäßig zu schreiben und stolz auf die eigenen Texte zu sein. Alles andere kommt automatisch.

Bewertung der Ideen

McCabe hat ohne Zweifel gute Ideen, was das Aufrechterhalten der Schreibgewohnheit und des regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmuses anbelangt. Aber die Idee, dass jeder Text etwas verkaufen soll, resoniert überhaupt nicht mit mir. Auch nicht, dass ich mit meinen Texten die Probleme anderer Leute lösen soll, damit sie meine Seite immer wieder besuchen.

Andere Tipps von Sean McCabe muss ich noch einmal überdenken: Soll ich gewisse Passagen in meinen Texten visuell hervorheben um den Leser besser zu führen? Hintergrund ist, dass viele Leser Artikel nur überfliegen. Durch hervorgehobene Passagen kann man ihnen helfen, die wichtigsten Punkte mitzunehmen. Es ist traurig, aber in der heutigen Zeit, in der Informationen hauptsächlich durch das Überfliegen von Timelines aufgenommen werden, hat McCabe Recht und die visuellen Hilfen sind eine gute Idee.

Soll ich jeden Artikel mit einem Appell beenden? Bisher tue ich das in der Form, dass ich den Leser dazu auffordere, den Artikel zu kommentieren und zu teilen und dass ich ihn darauf aufmerksam mache, dass er mir auf Twitter folgen kann. Eine Interaktion mit meinen Lesern finde ich wünschenswert, daher werde ich an diesem Appell vorerst festhalten. Der Appell soll aber nicht dazu dienen, den Leser zum Kauf irgendeines Produktes zu bewegen.

Rhones Ansatz ist mir sympathischer. Seine Idee, aus dem eigenen Leben über Dinge zu schreiben, an denen man Spaß hat, gefällt mir viel besser. Ich habe mit einigen Artikeln ein bisschen experimentiert und beispielsweise verschiedene Überschriften ausprobiert, die laut diversen Blogging-Guides mehr Klicks bringen sollen. Um ehrlich zu sein, haben mich meine eigenen Artikel mit diesen Clickbait-Überschriften angewidert. Ich habe noch keinen dieser Artikel veröffentlicht und werde die Überschriften definitiv wieder so ändern, dass sie mir gefallen.

Fazit

Bei der Entscheidung ist letztlich ausschlaggebend, welche Ziele ich mit meinen veröffentlichten Texten erreichen möchte. Möchte ich Clickbait-Artikel schreiben, die viele Leser anziehen? Oder möchte ich Gedanken teilen, die mir wichtig sind, die aber für den Leser nicht sofort ein Problem lösen und daher nicht so oft geklickt werden?

Für mich gibt es nur eine Antwort. Ich möchte mich selbst in meinen Artikeln wiederfinden. Ich möchte mich zeigen. Ich habe das Schreiben in erster Linie begonnen, um meine Gedanken zu klären und zu sortieren, so dass ich sie auch in Gesprächen abrufen kann. Verkaufsartikel zahlen darauf nicht ein. Außerdem möchte ich die Qualität meines Schreibens verbessern. Ich bin überzeugt davon, dass das automatisch passieren wird, wenn ich die tägliche Schreibgewohnheit aufrecht erhalten kann. Das klappt auch, wenn die Texte nicht an eine spezielle Zielgruppe gerichtet sind.

Außerdem wird der regelmäßige Veröffentlichungsrhythmus mit Sicherheit auch über kurz oder lang den ein oder anderen Leser zu mir führen. Mir ist klar, dass das ein Prozess ist, der sich über Jahre hinziehen kann. Schon allein deshalb ist es wichtig, den Erfolg des eigenen Schreibens nicht daran zu messen, wie viele Leser und Klicks man generiert. Stattdessen soll sich mein Erfolg allein daran messen, wie zufrieden ich selbst mit meinen Texten bin. Das Schreiben soll auch ein Raum zum Experimentieren sein. Ich kann mir beispielsweise vorstellen, mich auch mal an einer Erzählung zu versuchen. Ich fühle mich dazu im Moment noch nicht in der Lage, aber beim Lesen von „Das Leben und das Schreiben“ von Stephen King spüre ich, wie die Lust darauf wächst.

Dieser Artikel ist ein gutes Beispiel dafür, wie das Schreiben meine Gedanken zu einem Thema geklärt hat. Währenddessen habe ich mich dazu entschieden, Patrick Rhones Ansatz zu verfolgen und für mich selbst zu schreiben. In meinen Texten will ich mich selbst zeigen und ich will nicht davor zurückschrecken, diese Texte zu veröffentlichen. Außerdem werde ich nicht damit anfangen, meine Artikel mit Clickbait-Überschriften zu versehen.

Wie gehst Du an neue Artikel heran? Machst Du Dir über Deine Zielgruppe Gedanken und schreibst Du hauptsächlich für Dich selbst? Ich freue mich über Deine Antworten in den Kommentaren. Bitte teile den Artikel in Deinem Netzwerk, wenn er Dir gefallen hat. Du kannst mir außerdem auf Twitter folgen.

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Zeit allein mit seinen Gedanken verbringen

Ich habe vor kurzem das Buch „Digital Minimalism“ von Cal Newport gelesen. In einem Kapitel ruft er dazu auf, dass wir viel Zeit allein mit uns selbst verbringen sollten. Mein erster Gedanke war, dass das für mich überhaupt kein Problem ist. Ich reise jede Woche beruflich und verbringe auf diesen Reisen sehr viel Zeit allein. Außerdem gehe ich regelmäßig allein laufen. Das ist doch genau das, was Newport meint, oder?

Nein, leider nicht. Er meint nicht, dass wir keine anderen Menschen um uns haben sollen, sondern dass wir Situationen schaffen, in denen wir uns von allen äußeren Einflüssen abschotten und unseren eigenen Gedanken Raum geben. Mein Tagesablauf beim Reisen sieht ungefähr so aus:

Beim Verlassen des Hauses setze ich mir Kopfhörer auf und höre entweder einen Podcast oder ein Hörbuch. Mit einer kurzen Unterbrechung zum Kaufen von Frühstück am Hauptbahnhof nehme ich die Kopfhörer erst wieder ab, wenn ich in den Zug steige. Während der Zugfahrt lese ich in der Regel ein Buch. Am Zielbahnhof angekommen setze ich mir wieder meine Kopfhörer auf und fahre mit der U-Bahn ins Büro. Nach der Arbeit fahre ich – natürlich mit Kopfhörern – ins Hotel. Dort schaue ich mir beim Abendessen meist einen TED-Talk an und lese den Rest des Abends in einem Buch, bis ich ins Bett gehe.

Ich war die ganze Zeit allein für mich. Aber habe ich meinen Gedanken auch nur einen Moment Raum gegeben? Nein, habe ich nicht. Ich habe den ganzen Tag Informationen konsumiert, ohne dass ich auch nur eine Gelegenheit gehabt hätte, diese zu verarbeiten. Ich verstehe jetzt, was Newport meint und bin überzeugt davon, dass der konstante Konsum von Informationen auf Dauer ein Problem ist. Mit unseren Smartphones haben wir heutzutage die Möglichkeit, das Alleinsein komplett aus unseren Leben zu verbannen. Damit verpassen wir die positiven Effekte, die mit dem Alleinsein einhergehen:

  • Schwierige Probleme klären
  • Emotionen regulieren
  • Moral aufbauen
  • Beziehungen stärken

Ich merke in Gesprächen sehr häufig, dass ich nichts Sinnvolles beitragen kann, ganz einfach, weil ich meine Gedanken dazu erst sortieren muss.

Unabhängig davon habe ich mir vor kurzem vorgenommen, eine regelmäßige Schreibgewohnheit zu etablieren. Als Hilfe habe ich mir den Kurs „30 Days to Better Writing“ von Sean McCabe gekauft, der mir für 30 Tage das Versprechen abverlangt, jeden Tag zu schreiben. Ich schreibe diesen Text gerade im Rahmen von Tag 18. Seit 18 Tagen setze ich mich täglich für 20 Minuten hin und schreibe. Das kann entweder zu einem zuvor festgelegten Thema oder einfach der eigene Gedankenstrom sein. Man sollte dabei darauf achten, dass man in diesen Minuten des Schreibens ungestört ist. Dabei habe ich festgestellt, dass mir das Schreiben enorm dabei hilft, meine Gedanken zu sortieren.

Als ich das realisiert habe, musste ich an Cal Newports Appell denken, dass wir mehr Zeit mit unseren Gedanken verbringen sollten. Nichts anderes tut man beim Schreiben. Wichtig ist, dass man hierbei möglichst alle äußeren Einflüsse eliminiert und für eine ungestörte Schreibzeit sorgt. In diesem Sinne bin ich der Ansicht, dass eine tägliche, ungestörte Schreibgewohnheit ein sehr gutes Mittel ist, seinen eigenen Gedanken Raum zur Entfaltung zu geben.

Verbringst Du Zeit allein mit Deinen Gedanken oder hast du Schwierigkeiten damit, diese Zeit in Deinen Tagesablauf zu integrieren? Wie sieht diese Zeit bei Dir aus? Ich freue mich über Deine Antworten in den Kommentaren. Bitte teile den Artikel in Deinem Netzwerk, wenn er Dir gefallen hat. Du kannst mir außerdem auf Twitter folgen.

Ich habe mit Hilfe eines Onlinekurses eine Schreibgewohnheit etabliert

Kennst Du das auch? Du glaubst, über ein Thema richtig gut Bescheid zu wissen. Doch wenn du dich mit jemandem darüber austauschen möchtest, bekommst du nichts Sinnvolles dazu artikuliert. Ich habe das ständig, und es nervt tierisch. Man müsste seine Gedanken irgendwie sortiert haben, damit man sie in Gesprächen abrufen kann.

Sortierte Gedanken kann man einfach erreichen, indem man sie niederschreibt, und zwar täglich. Ich habe in den letzten Jahren mehrfach versucht, eine tägliche Schreibgewohnheit zu etablieren. Egal ob mit oder ohne Blog: ich habe es nicht geschafft, sie dauerhaft aufrecht zu erhalten. Der Wunsch, regelmäßig zu schreiben ist aber immer im Hinterkopf geblieben.

Vor einigen Wochen habe ich im Bookworm-Podcast vom Kurs “30 Days to Better Writing” von Sean McCabe erfahren und beschlossen, damit einen neuen Anlauf zu starten, eine tägliche Schreibgewohnheit zu etablieren. Mittlerweile habe ich den Kurs erfolgreich absolviert und werde in diesem Artikel von meinen Erfahrungen berichten.

Konzept des Kurses

Zunächst verlangt der Kurs ein Versprechen. Wenn man den Kurs beginnt, soll man sich dazu bekennen, in den folgenden 30 Tagen jeden Tag eine Lektion zu absolvieren und zu schreiben. Der Zeitaufwand ist so bemessen, dass er 30 Minuten täglich nicht übersteigt, von denen 10 dem Durchlesen der Lektion und 20 dem Schreiben gewidmet sind.

Die Lektionen orientieren sich inhaltlich in drei Bereichen: Das erste Drittel des Kurses befasst sich mit den ersten Schritten beim Schreiben und dem Schreibprozess, das zweite Drittel damit, seine Schreibqualität zu verbessern und das letzte Drittel dreht sich darum, die eigenen Texte online zu veröffentlichen.

In jeder Lektion gibt es am Ende einen “Writing Prompt”. Das ist ein Vorschlag, worüber man in den folgenden 20 Minuten schreiben könnte. Diesen kann man befolgen, muss man aber nicht. Nach dem Schreiben beantwortet man ein paar einfache Multiple-Choice-Fragen, um die Lektion abzuschließen.

Der Kurs kann entweder im Rahmen einer Mitgliedschaft auf der Seite zusammen mit den anderen Kursen von Sean McCabe genutzt werden ($99/Monat oder $594/Jahr) oder er kann einzeln gekauft werden ($99). Ich habe mich für den Einzelkauf entschieden, weil ich an keinem der anderen Kurse interessiert bin.

War der Kurs ein Erfolg?

Ich habe mein Versprechen erfüllt und jede Lektion des Kurses am dafür vorgesehenen Tag bearbeitet. Das allein lässt nur eine Schlussfolgerung zu: Der Kurs war ein Erfolg!

Inhaltlich sind die Lektionen durchwachsen. Einige, insbesondere zu Beginn des Kurses, enthalten wertvolle Tipps zum Strukturieren des Schreibprozesses. Viele Lektionen offenbaren aber nur wenig Gehaltvolles. Die guten Tipps habe ich mir notiert und versuche sie in meinem Schreibprozess zu berücksichtigen. Die wichtigsten kurz aufgelistet:

  • Strikte Trennung von Schreiben und Editieren
  • Strikte Trennung von Schreiben und Ideensammlung
  • Pflege eines redaktionellen Kalenders
  • Festen wöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus anstreben
  • Immer 4-6 fertige Artikel Vorlauf haben

Abgesehen vom Inhalt hat es der Kurs geschafft, mich für 30 Tage täglich zum Schreiben zu motivieren, und somit habe ich – so hoffe ich – mit Hilfe des Kurses den größten Aufwand auf dem Weg zu einer Schreibgewohnheit bewerkstelligt. Bisher habe ich seit Abschluss des Kurses noch keinen Tag ausgelassen. Meine Tage haben recht unterschiedliche Abläufe, so dass es leider nicht möglich ist, jeden Tag zur gleichen Zeit und am gleichen Ort zu schreiben. Aber ich weiß im Voraus, wann ich an jedem Tag schreiben werde. Das muss reichen, um die Gewohnheit zu aktivieren.

Ich hoffe, dass sich durch das tägliche Schreiben meine Schreibqualität verbessert. Messbar ist das natürlich nicht, denn Klickzahlen sind dafür kein Anzeichen. Ich gehe aber davon aus, dass ich nach einiger Zeit einen Unterschied feststelle, wenn ich ältere und neuere Artikel miteinander vergleiche.

Was ich beim Durchführen des Kurses gelernt habe

Das tägliche Schreiben ist für mich ein Werkzeug, um mir über meine Gedanken klar zu werden, diese zu strukturieren und aufzuschreiben. Es gibt viele Themen, über die ich glaube, gut Bescheid zu wissen, über die ich mich aber überhaupt nicht artikulieren kann. Einige von diesen Themen habe ich im Laufe des Kurses gestreift. Ich habe festgestellt, dass wenn man seine Gedanken einmal klar niedergeschrieben hat, dass man sie dann auch in Gesprächen artikulieren kann.

Die Writing Prompts habe ich öfter ignoriert als beachtet. Gerade am Anfang haben sie mir einige wertvolle Denkanstöße zum Schreiben gegeben. Gegen Ende ging es immer mehr ums Verkaufen und daran habe ich kein Interesse. An den meisten Tagen hatte ich kein festes Thema, sondern habe meinen Gedankenstrom niedergeschrieben. Das hat meist sehr belanglos begonnen, indem ich über meinen aktuellen Tag geschrieben habe. In fast jeder Schreibsitzung kamen aber trotzdem im Laufe der Zeit Gedanken dazu, die ich sehr wertvoll fand und die mit Sicherheit weitergenutzt werden können.

Durch das häufige Gedankenstrom-Schreiben ist meine Schreibgewohnheit im Laufe des Kurses zu einer Art Tagebuch geworden. Dabei habe ich mit der Zeit festgestellt, dass sich das Schreiben aus Versehen selbst strukturiert hat. Ich schrieb nicht blind alle meine Gedanken auf, sondern alles, was mir zu einem Thema eingefallen ist. Dann habe ich das Thema gewechselt und dazu alles aufgeschrieben usw. Das habe ich so lange gemacht, bis die Schreibzeit abgelaufen war.

Aus den produzierten Texten haben sich eine Menge Artikelideen ergeben, von denen viele bereits in einem ersten Entwurf vorliegen. Diese müssen zwar noch bearbeitet werden, aber grundsätzlich ist viel Inhalt entstanden, bei dem ich mir eine Veröffentlichung vorstellen kann. Ich hoffe, dass ich die Texte zügig editieren kann um schnell in meinen wöchentlichen Veröffentlichungsrhythmus zu kommen. Ich möchte zunächst sechs Artikel fertigstellen, bevor ich anfange, zu veröffentlichen.

Interessant fand ich, dass viele unerwartete Gedanken und Verknüpfungen mit vorhandenem Wissen beim Schreiben entstanden sind. Ich weiß noch nicht genau, woran das liegt. Ich lese schon länger regelmäßig Sachbücher. Ich hatte aber immer das Gefühl, dass ich nach dem Lesen trotz vieler Notizen nicht viel verinnerlicht habe. Ich frage mich, ob es auch mit der Schreibgewohnheit zusammenhängt, dass ich mehr Inhalte abrufen kann. Vielleicht haben sich solche Verknüpfungen auch schon früher ergeben, aber sie sind wieder verloren gegangen, weil ich sie nicht niedergeschrieben habe. Das klingt plausibel. Wenn das so ist, freue ich mich auf noch viele weitere Verknüpfungen, auf die mich diese Schreibgewohnheit bringen wird. Es scheint mir nicht mehr unrealistisch, immer neue Inhalte zu generieren. Es ist wie Patrick Rhone in seinen Buch “Some Thoughts About Writing” schreibt: Man muss nur sein Leben leben und dabei aufmerksam sein. Mehr braucht man nicht. Ich glaube er hat Recht. Ich spüre beim Niederschreiben dieser Gedanken Freude. Entsprechend dankbar bin ich 30 Days to Better Writing dafür, dass es mir hilft, meine Schreibgewohnheit zu etablieren. Das ist mehr wert als die 100$, die ich dafür auf den Tisch gelegt habe.

Ist der Kurs empfehlenswert?

Würde ich 30 Days to Better Writing empfehlen? Ich bin sehr froh darüber, den Kurs absolviert zu haben. Inhaltlich ist er für das, was er ist, sehr teuer. Aber der Inhalt ist fast Nebensache und nicht der Kern dessen, um was es in dem Kurs geht. Der Kurs möchte dabei helfen, eine tägliche Schreibgewohnheit zu etablieren. Und das schafft er durch seine Struktur hervorragend. In den ersten Tagen wird darauf eingegangen, wie man seinen Schreibprozess strukturiert. Gerade diese Lektionen waren auch inhaltlich sehr wertvoll für mich. Im weiteren Verlauf des Kurses sind viele Lektionen schwach, aber das macht nichts. Ich empfehle den Kurse jedem, der eine Schreibgewohnheit etablieren möchte und bereit ist, sich zu 30 Tagen täglichem Schreiben zu verpflichten.

Hast Du auch eine tägliche Gewohnheit oder versuchst eine zu etablieren? Welche ist das und auf welche Weise möchtest Du die Gewohnheit erreichen? Ich freue mich über Deine Antworten in den Kommentaren. Bitte teile den Artikel in Deinem Netzwerk, wenn er Dir gefallen hat. Du kannst mir außerdem auf Twitter folgen.

3 verbreitete Ängste beim Schreiben und wie sie überwunden werden können

Ich arbeite gerade daran, eine Schreibgewohnheit zu etablieren. Dafür habe ich den Onlinekurs “30 Days to Better Writing” von Sean McCabe absolviert. In einer der ersten Aufgaben sollte ich aufschreiben, wovor ich beim Schreiben Angst habe.

Beim Gedanken daran, etwas zu erschaffen und zu veröffentlichen sieht sich jeder mit Ängsten konfrontiert. Wenn man sich nicht überlegt, wie man sie überwindet, kann das dazu führen, dass man seine neue Gewohnheit schnell wieder aufgibt oder gar nicht erst beginnt. In diesem Artikel teile ich meine konkreten Ängste und einige Ideen, wie ich sie überwinden möchte.

Angst vor Themenmangel

Ich habe Angst davor, dass mir die Themen ausgehen. Ich habe schon einige Blogs gestartet, aber ich konnte bisher noch keines über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten. Nach einiger Zeit saß ich immer vor meinem Computer und wusste nicht, worüber ich schreiben soll. Letzten Endes sind die Blogs alle irgendwann eingeschlafen.

In “30 Days to Better Writing” habe ich zwei Prinzipien gelernt, wie man diesem Themenmangel vorbeugen kann:

  1. Man sollte sich niemals zum Schreiben hinsetzen ohne vorher zu wissen, worüber man schreibt. Um das zu erreichen, legt man sich am besten einen redaktionellen Kalender an, in dem alle Tage der kommenden Woche aufgeführt sind. An einem Tag der Woche, dem Thementag, denkt man über Themen nach und weist jedem Tag der folgenden Woche ein Thema zu. So weiß man immer, worüber man schreibt.

  2. Bevor man anfängt, seine Artikel zu veröffentlichen, stellt man zunächst 4-6 Artikel fertig. Diesen Vorrat füllt man immer wieder auf, so dass man auch in unproduktiven Zeiten einen regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus beibehalten kann.

Eine andere Möglichkeit, Themen zu finden, ist das Aufschreiben seines Gedankenstroms. Hierbei schreibt man einfach alles auf, was einem gerade im Kopf vorgeht. Das kann erstmal der größte Müll sein. Ich habe diese Übung im Laufe des Kurses häufig durchgeführt und dabei die Erfahrung gemacht, dass sich die eigenen Gedanken dabei sortieren. Es kommt nahezu immer etwas Wertvolles dabei heraus, und sei es nur der Anstoß für ein neues Thema. Nicht alles, was man im Rahmen seiner Schreibgewohnheit produziert, muss veröffentlicht werden.

Angst vor Motivationsverlust

Außerdem habe ich Angst davor, dass mich die Motivation verlässt. Diese Angst hängt eng mit der Angst vor einem Mangel an Themen zusammen. Wenn man das Gefühl hat, dass man nichts zu sagen hat, sinkt automatisch die Motivation. Umgekehrt steigt die Motivation, wenn man genau weiß, worüber man schreiben möchte. Die Pflege des redaktionellen Kalenders hilft somit auch dabei, die eigene Motivation hoch zu halten.

Des Weiteren sollte man sich vor Augen führen, warum man schreibt und was man mit dem Schreiben erreichen möchte. In einer späteren Übung aus “30 Days to Better Writing” schrieb ich auf, was ich in den nächsten zwei Jahren mit meiner Schreibgewohnheit erreichen möchte. Wenn die Motivation sinkt und man sich fragt, ob das Schreiben wirklich noch so eine gute Idee ist, kann man auf diese formulierten Ziele zurückgreifen. Über meine eigenen Ziele werde ich noch einen separaten Artikel verfassen.

Angst vor Scham und Ablehnung

Meine größte Angst bezüglich des Veröffentlichens meiner Texte ist die Angst vor Ablehnung. Diese bezieht sind insbesondere auf Menschen, die ich persönlich kenne. Am liebsten wäre mir, wenn nur wildfremde Leute meine Texte lesen würden.

Die Ursache liegt darin, dass mir der Mut zur Verletzlichkeit fehlt. Ich schäme mich, wenn ich etwas von mir zeige. Damit ist mein Selbstwertgefühl davon abhängig, ob es anderen gefällt oder nicht. Die Aussicht, dass jemand, der mich kennt, meine Texte für katastrophal hält, macht mir Angst.

Dieses Muster begleitet mich schon lange und ich arbeite daran, es zu überwinden. Letztens habe ich zwei sehr empfehlenswerte Bücher dazu gelesen: Kristin Neff – Self-Compassion: Stop Beating Yourself Up and Leave Insecurity Behind und Brené Brown – Daring Greatly: How the Courage to Be Vulnerable Transforms the Way We Live, Love, Parent, and Lead. Über letzteres habe ich hier bereits einen Artikel verfasst.

Um diese Angst zu überwinden möchte ich erreichen, dass mein Selbstwertgefühl unabhängig von den Urteilen meiner Leser ist. Ich möchte den Mut aufbringen, mich selbst in meinen Texten zu zeigen. Grundstein dafür wird sein, mein Selbstmitgefühl aufzubauen. Außerdem möchte ich durch das regelmäßige Schreiben und Veröffentlichen dafür sorgen, dass es für mich ein alltäglicher Prozess wird und allein dadurch die Angst vor Ablehnung sinkt.

Zusammenfassung

Es ist hilfreich, sich seiner Ängst bewusst zu werden, bevor man ein neues Projekt startet. Wenn man darüber nachdenkt, wie man die Ängste überwinden kann, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie dafür sorgen, dass man sein Projekt wieder aufgibt oder gar nicht erst startet.

Mein Projekt ist das Etablieren einer täglichen Schreibgewohnheit und damit verbunden das regelmäßige Veröffentlichen von Artikeln hier im Blog. Die Ängste, die ich dabei verspüre habe ich zusammen mit Lösungsideen oben beschrieben. Hier sind sie noch einmal stichpunktartig zusammengefasst:

  • Angst vor Themenmangel: Redaktioneller Kalender, Artikelvorrat, Gedankenstromschreiben
  • Angst vor Motivationsverlust: Redaktioneller Kalender, Ziele setzen
  • Angst vor Scham und Ablehnung: Selbstmitgefühl, Schreibgewohnheit

Welches Projekt möchtest Du starten? Welche Ängste verspürst Du dabei? Ich freue mich über Deine Antworten in den Kommentaren. Bitte teile den Artikel in Deinem Netzwerk, wenn er Dir gefallen hat. Du kannst mir außerdem auf Twitter folgen.

Fundstücke 004

In den Fundstücken verlinke ich in unregelmäßigen Abständen fünf interessante Links, auf die ich gestoßen bin.

Smiling Scots, worried Welsh and lazy Londoners: survey maps regional personality types | Science | The Guardian
In Großbritannien gab es eine groß angelegte Studie darüber, welche Persönlichkeitstypen vermehrt in welcher geographischen Gegend wohnen. So eine Studie würde ich gern in Deutschland sehen.

Pasta salad with rucola, tomato and basil tofu | The vegan vulture
Ein weiteres Rezept meiner besseren Hälfte. Diesmal ist es einfach und leicht, aber trotzdem lecker. Der Sommer kann kommen!

The 100 Best Websites for Writers in 2015 | The Write Life
Umfassende Linkliste mit Ressourcen übers Schreiben. Da sollte für jeden etwas dabei sein, der sich ein bisschen mit dem Schreiben befassen möchte.

TinEye Reverse Image Search
Das Internet kann mich noch überraschen. Von der Existenz von Rückwärtssuchen für Bilder wusste ich bisher noch nicht. Man lädt ein Bild hoch oder gibt die URL zu einem an und TinEye verrät einem die Quelle(n) des Bildes. Ich fand es beeindruckend.

The Science Of Why You Should Spend Your Money On Experiences, Not Things | Fast Company
Wir sollen unser Geld lieber für Erlebnisse ausgeben, als für Materielles, weil das langfristig glücklicher macht. Menschen kaufen trotzdem lieber Dinge, weil sie davon länger etwas hätten als von einem zeitlich begrenzten Erlebnis. Ich könnte mir als zusätzlichen Grund noch vorstellen, dass viele Menschen einfach ein so vollgepacktes Leben haben, dass gar keine Zeit mehr für Erlebnisse bleibt und so stattdessen materielle Dinge gekauft werden.