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Fernstudium Psychologie: Start des zweiten Semesters

Heute am 01.04. beginnt offiziell das zweite Semester meines Fernstudiums Psychologie an der PFH Göttingen. Ich habe meine Lernunterlagen bereits alle bekommen und kenne seit heute meine Klausurtermine. Vom Umfang des Stoffes bin ich im Moment sehr erschlagen, das ist doch einiges mehr als im ersten Semester.

Im Laufe des Semesters, also bis Ende September, muss ich drei Module bearbeiten und jeweils mit einer Klausur abschließen. Im Einzelnen sind das die folgenden:

  1. Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie
    • 4 Lehrbriefe
    • 520 Seiten
    • Klausur: Ende Mai
  2. Sozialpsychologie
    • 4 Lehrbriefe
    • 624 Seiten
    • Klausur: Ende August
  3. Biologische Psychologie
    • 3 Lehrbriefe
    • 308 Seiten
    • Klausur: Ende September

Zusammengefasst heißt das, dass ich elf Lehrbriefe mit insgesamt satten 1.452 Seiten bearbeiten muss. Zum Glück konnte ich mir bereits einen Vorsprung in der differentiellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie herausarbeiten. Trotzdem fürchte ich, dass die ein bis zwei Stunden am Tag, die ich bisher investiert habe, für das kommende Semester nicht ausreichen werden. Da muss ich diszipliniert sein, so wenig Prokrastination wie möglich zulassen und hoffen, dass der Stoff leicht verständlich ist und ich schnell damit durchkomme.

Trotz aller Fokussiertheit auf den Lernstoff möchte ich auch dieses Blog weiterhin mit Inhalten befüllen. Eine Strategie dafür, die ich letztens bereits einmal angewendet habe, kann sein, dass ich hier Sachartikel über Themen veröffentliche, die ich im Rahmen meines Studiums ohnehin lernen muss. Auf diese Weise komme ich zum Schreiben, lerne aber auch gleichzeitig relevanten Stoff. Voraussetzung dafür ist, dass ich davon ausgehe, dass das Thema für den ein oder anderen außer mir interessant sein könnte. Allzu theoretische und trockene Inhalte werde ich euch dann doch lieber ersparen.

Jetzt stürze ich mich erstmal auf die Lehrbriefe und versuche, dem Stoff etwas von seinem Schrecken zu nehmen. Ich werde euch hier auf dem Laufenden halten, wie ich mit dem Pensum vorankomme.

Was ist Persönlichkeit?

Wir wissen, dass jeder Mensch eine Persönlichkeit hat und einzigartig ist. Doch was verstehen wir eigentlich unter Persönlichkeit? Diese Frage stellt sich auch die Psychologie in der Disziplin Differenzielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie. Im Rahmen dieser gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien, die jeweils auf unterschiedliche Art und Weise versuchen, Persönlichkeit zu definieren und zu erfassen. Dieser Artikel ist der Versuch, einen Überblick über die verschiedenen Ansätze zu geben.

Historische Erfassungsversuche

Das Wort Persönlichkeit ist vom lateinischen Wort persona abgeleitet und bedeutet Maske. Hieraus lässt sich schließen, dass die Persönlichkeit dem nach außen sichbaren Bild eines Menschen entspricht, also aus den Eigenschaften, die von anderen wahrgenommen werden (sollen).

Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus begründete Aristoteles bzw. einer seiner Schüler die Physiognomik. Hier wurde versucht, aus dem Gesichtsschnitt eines Menschen Aussagen über dessen Persönlichkeit abzuleiten. Dieser Ansatz erlangte noch einmal eine große, allerdings nur sehr kurzfristige Popularität im 18. Jahrhundert, bevor er wegen seiner hohen Subjektivität und seiner hohen Anfälligkeit gegenüber Vorurteilen aus dem Fokus verschwand.

Im späten 18. Jahrhundert entwickelte der deutsche Arzt Franz Josef Gall die Phrenologie. Die Annahme war, dass man aus dem Bau des Schädels auf die charakterlichen Eigenschaften eines Individuums schließen kann. Dieser Annahme liegt die Vermutung zu Grunde, dass eine besonders stark ausgeprägte Eigenschaft einer Person von einer besonderen Größe des entsprechenden Hirnareals begleitet werden müsste. Als Folge dieser Vermutung wurde erwartet, dass man diese besondere Größe an Hand von Ausbuchtungen oder Vorwölbungen der Schädeldecke feststellen kann. Die phrenologische Vermessung der Schädeldecke sollte Rückschlüsse auf individuelle Ausprägungen von Persönlichkeitsmerkmalen erlauben. Dieser Ansatz blieb bis ins 20. Jahrhundert hinein populär.

Im 19. Jahrhundert erfand der französische Priester, Gelehrte und Schriftsteller Jean Hippolyte Michon die Grafologie. Deren Grundgedanke war, dass die Persönlichkeit und die Fähigkeiten eines Menschen zumindest teilweise auch durch seine Motorik zum Ausdruck kommen. Somit sollten die Schreibbewegungen einer Person als psychodiagnostisches Deutungsmittel verwendbar sein. Diese Technik wird teilweise heute noch zur Persönlichkeitsbeurteilung eingesetzt, zum Beispiel immer dann, wenn im Rahmen einer Bewerbung etwas Handschriftliches eingefordert wird.

Bedeutung von Persönlichkeit in den verschiedenen Persönlichkeitstheorien

Im Folgenden wird beschrieben, welche Bedeutung die Persönlichkeit in den verschiedenen Persönlichkeitstheorien der differenziellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie hat.

Psychoanalyse

Die Psychoanalyse begreift den Menschen als ein energetisches System, das aus dem Sexualtrieb und dem Aggressionstrieb gespeist wird. Aus diesen Trieben entsteht eine psychische Energie, die vom psychischen Apparat eines Menschen verwaltet wird. Dieser psychische Apparat ist die Struktur der Persönlichkeit eines Menschen und besteht aus den drei Instanzen Es, Ich und Über-Ich.

Der Urspung der Triebe befindet sich im Es. Dieses strebt die sofortige Befriedigung der Triebe an, hat dabei aber keinen Kontakt zur Außenwelt, das heißt alle Prozesse im Es sind unbewusst. Freud nahm an, dass menschliches Verhalten hauptsächlich durch unbewusste Triebimpulse gesteuert ist.

Als Vollstrecker der Triebe dient das Ich. Dieses hat die Aufgabe, zwischen den Triebbedürfnissen des Es und der Außenwelt zu vermitteln. Dazu stehen ihm die sogenannten Ich-Funktionen, zum Beispiel Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis und Willkürmotorik, zur Verfügung. Diese Funktionen ermöglichen es dem Individuum, mit der Umwelt zu interagieren und sie zu beeinflussen.

Als moralische Instanz des psychischen Apparats dient das Über-Ich. Dieses repräsentiert traditionelle Werte und Ideale der Gesellschaft. Es versucht, inakzeptable Impulse aus dem Es zu hemmen und das Ich zu überreden, realistische durch ethische Ziele zu ersetzen und nach Vollkommenheit zu streben. Zu diesem Zweck kann das Über-Ich das Ich entweder belohnen oder bestrafen: Handelt das Ich nicht nach dem Über-Ich, so wird es mit Schuldgefühlen gestraft. Handelt es dagegen nach dem Über-Ich, so wird es mit Stolz belohnt.

Behaviorismus

Der Behaviorismus sieht die Psychologie als streng experimentell ausgerichtete Disziplin der Naturwissenschaften. Nach dieser Theorie ist beobachtbares Verhalten nur von physikalischen Umweltbedingungen abhängig, es gibt weder angeborene Instinkte noch biologisch determinierte Persönlichkeitseigenschaften. Persönlichkeitsmerkmale sind durch klassische und operante Konditionierung erworbene Verhaltensweisen. Die Summe dieser Verhaltensweisen, die ein Mensch im Laufe seines Lebens, insbesondere in der frühen Kindheit, ausbildet, entspricht der Persönlichkeit des Menschen.

Soziale Lerntheorie

Die sozialen Lerntheorien betrachten die Wechselwirkung zwischen dem Individuum und seiner bedeutsamen Umwelt. Um menschliches Verhalten verstehen zu können, muss man die individuelle Lerngeschichte und die Umweltreize, die die Person wahrnimmt und auf die sie reagiert, berücksichtigen. Die Persönlichkeit ist hier ein relativ stabiles Gefüge der individuellen Möglichkeiten, in einer bestimmten sozialen Situation zu reagieren. Da ständig neue Erfahrungen gemacht werden, ist die Persönlichkeit ständigen Veränderungen unterworfen. Allerdings werden diese neuen Erfahrungen aber von früheren Erfahrungen beeinflusst, wodurch die Persönlichkeit eine gewisse Stabilität erlangt.

Kognitive Persönlichkeitstheorien

In den kognitiven Persönlichkeitstheorien werden die interindividuellen Unterschiede in der Art und Weise, wie eine Person sich selbst, ihre Erfahrungen und ihre Umwelt bewertet, sowie die Folgen daraus für ihr Verhalten, betont. Grundlage für diese Bewertungen sind sogenannte Konstrukte. Ein Konstrukt ist ein Ordnungsprinzip, nach dem Erfahrungen im Hinblick auf die eigene Person und die soziale und materielle Umwelt unterschieden und mit Bedeutung versehen werden. Unterscheidungen auf Grundlage von Konstrukten müssen nicht verbalisiert sein und nicht bewusst erfolgen. Die Art und Weise, wie eine Person auf der Grundlage der Konstrukte künftige Ereignisse antizipiert, entscheidet, wie sie fühlt, denkt und handelt. Die Menge aller Konstrukte einer Person, also ihr Konstruktsystem, ist ihre spezifische Art und Weise, Erfahrungen zu strukturieren und ihnen Bedeutung zu verleihen. Dieses Konstruktsystem entspricht der Persönlichkeit.

Humanistische Persönlichkeitstheorie

Die humanistische Psychologie geht davon aus, dass jedes Individuum über ein Potential für positives Wachstum und physische wie auch psychische Gesundheit verfügt.

Ein wichtiger Begriff ist hier das Erfahrungsfeld eines Individuums. Dieses beschreibt die Art und Weise, wie ein Individuum seine Umwelt wahrnimmt und erlebt. Dazu zählen sowohl bewusste Erfahrungen, die durch Reize aus der Außenwelt entstehen als auch Erfahrungen, die auf Prozesse innerhalb des Körpers zurückgeführt werden können (erlebte Zustände oder momentane Befindlichkeiten). Unbewusste physiologische Prozesse wie bspw. Stoffwechselvorgänge gehören hingegen nicht dazu. Das Erfahrungsfeld ist das subjektive innere Bezugssystem einer Person und laut Rogers der bestmögliche Ausgangspunkt zum Verständnis eines jeden Individuums.

Der Anteil des Erfahrungsfeldes eines Individuums, der die eigene Person betreffend erlebt wird, wird als das Selbst bezeichnet. Das Selbst ist ein überdauerndes Muster von Wahrnehmungen, das durch eine interne Struktur charakterisiert ist. Das bedeutet nicht, dass das Selbst starr oder unveränderbar ist, viel mehr bleibt im Falle der Veränderung des Selbst eine organisierte Qualität erhalten. Das Selbst wird auch als Struktur der Persönlichkeit betrachtet.

Konstitutionspsychologische Ansätze

Die zentrale Annahme der konstitutionspsychologischen Ansätze ist, dass ein Zusammenhang zwischen dem Körperbau einer Person und deren Persönlichkeit besteht. Eine besondere Bedeutung hat die Frage nach einer gemeinsamen biologischen Grundlage von Körperbau und Persönlichkeit.

Die Persönlichkeit wird dadurch bestimmt, dass den Personen auf Basis ihres Körperbaus grundlegende Persönlichkeitstypen zugeordnet werden. Diese Persönlichkeitstypen umfassen psychische und physische Aspekte des Individuums. Es gibt jedoch keine allgemein akzeptierte Klassifikation von Persönlichkeitstypen.

Eigenschaftstheorien

Die Eigenschaftstheorien definieren sich dadurch, dass sich die Persönlichkeit dort durch die Ausprägung von Eigenschaften (Persönlichkeitsmerkmale) beschreiben lässt. Die verschiedenen Eigenschaftstheorien unterscheiden sich darin, welche und wie viele Eigenschaften für die umfassende Beschreibung und Erklärung der menschlichen Persönlichkeit als grundlegend erachtet werden.

Eine Eigenschaft ist eine Klasse von funktional äquivalenten Verhaltens- und Erlebensweisen (z.B. Ängstlichkeit), die über die Zeit und unterschiedliche Situationen hinweg relativ beständig ist. Verschiedene Eigenschaftstheorien haben verschiedene Annahmen über die Ursache dieser Stabilität und Konsistenz des Verhaltens (genetische Faktoren vs. Umweltfaktoren). Es gibt allerdings die allgemeine Annahme, dass jede Person im Hinblick auf jede Eigenschaft beschrieben werden kann. Die Schwäche dieser Theorie ist, dass menschliches Verhalten nicht auf die simple Art und Weise stabil und konsistent ist, wie es das theoretische Konzept der Eigenschaft impliziert.

Fazit

Was ist Persönlichkeit nun also? Diese Frage wird auch dieser Artikel leider nicht abschließend beantworten können. Wenn in der Umgangssprache von Persönlichkeit die Rede ist, ist dabei meist intuitiv der Ansatz der Eigenschaftstheorien gemeint. Meine persönlichen Favoriten unter den beschriebenen Ansätzen sind die der humanistischen Persönlichkeitstheorie sowie der kognitiven Persönlichkeitstheorien.

Ich hoffe, der Artikel konnte einen guten Überblick über die verschiedenen Ansätze der differenziellen Psychologie und Persönlichkeitspsychologie geben, Persönlichkeit zu definieren und zeigen, dass die Frage “Was ist Persönlichkeit?” nicht so einfach zu beantworten ist, wie man auf den ersten Blick vielleicht denken mag.

Fundstücke 003

In den Fundstücken verlinke ich in unregelmäßigen Abständen fünf interessante Links, auf die ich gestoßen bin.

Remembering a Crime That You Didn’t Commit | The New Yorker
Die Erinnerung von Menschen kann durch Suggestion manipuliert werden, daher sollten Augenzeugenberichte – insbesondere vor Gericht – mit Vorsicht genossen werden.

How To Meditate (And Get The Most Benefit Out Of It) | io9
Schön für Einsteiger zusammengefasst, wie das mit dem Meditieren so funktioniert und warum man das tun sollte.

“Shepherd’s pie”, and a competition… | The vegan vulture
Das zweite Rezept im Blog meiner besseren Hälfte. Ich verbürge mich gern für die Leckerheit ihres veganen Sheperd’s pies.

Psychoanalyse – Die Lehre vom Unbewussten | Universität Hamburg
Das kommt für mich wie gerufen. Die Psychoanalyse ist ein großer Teil des Stoffs, den ich bis Ende Mai im Fach “Differenzielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie” draufhaben muss. Da kommt mir die öffentliche Vorlesungsreihe an der Uni gerade Recht.

What Your Tweets Say About You | The New Yorker
Wissenschaftler versuchen durch die Auswertung von Tweets auf Krankheiten der schreibenden User sowie auch Leute in geografischer Nähe zu schließen. Dass das ganze nicht so abwegig ist, wie es klingt, könnt ihr im Artikel nachlesen.

Diagnose: hochbegabt und erstes Semester abgeschlossen

In meinem wöchentlichen Logbuch lasse ich meine letzte Woche Revue passieren und schreibe über die Dinge, die mich gerade beschäftigen.

Mensa-Beitritt

Ich war letzte Woche als Nicht-Mitglied beim Hamburger Mensa-Stammtisch, weil ich mir ein Bild darüber verschaffen wollte, ob die Atmosphäre dort etwas für mich ist und ob ich im Falle eines positiven Intelligenztests dort beitreten möchte. Wie im letzten Logbuch schon geschrieben, war ich vom kurzen Beisammensein direkt nach dem Intelligenztest ja bereits sehr angetan.

Am Stammtisch waren ca. 15 Leute im Alter von geschätzt Mitte 20 bis Mitte 50. Nach einer gewissen Anlaufzeit, die ich in neuen Gruppen immer benötige, bin ich im Laufe des Abends mit einigen ins Gespräch gekommen und fühlte mich direkt wohl. Die Leute waren alle supernett und die Themen interessant. Kurzum konnte ich mir nach dem Stammtisch sehr gut vorstellen, Teil der Gruppe zu werden und somit Anschluss an Gleichgesinnte zu finden.

Dazwischen lag allerdings noch mein Testergebnis, denn ich wusste zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, ob ich überhaupt Mitglied bei der Mensa werden kann. Witzigerweise habe ich mein Testergebnis am gleichen Tag nach Hause bekommen, es allerdings erst sehen können, als ich nach dem Stammtisch nach Hause kam. Und tatsächlich: Das Testergebnis diagnostiziert mich als hochbegabt und ich habe eine Einladung bekommen, der Mensa beizutreten, welche ich dann auch direkt am nächsten Tag ausgefüllt zurückgeschickt habe. Ich freue mich jetzt sehr darauf, weitere Veranstaltungen zu besuchen und mich mit anderen Mensanern auszutauschen. Interessant ist für mich vor allem, wie andere mit den schwierigen Aspekten der Hochbegabung umgehen.

Psychologie-Fernstudium: Erstes Semester fertig

Ich habe in dieser Woche meine letzte Einsendeaufgabe des Semesters (Thema: Selbstorganisiertes und individuelles Lernen) eingeschickt und habe es somit knapp zwei Monate früher als geplant abgeschlossen. Das zweite Semester wird sicherlich stressiger, denn dort sind drei Klausuren zu schreiben. Von daher bin ich ganz froh, schon früher mit dem Stoff des zweiten Semesters beginnen zu können. Mein Plan ist, die erste Klausur im Fach “Differentielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie” bereits Ende Mai zu schreiben, damit ich am Ende des Semesters (September) nur noch zwei Module zu schreiben habe. Einen entsprechenden Lernplan für die Differentielle Psychologie habe ich mir gestern Abend erstellt.

Logbuch vom 28.01.2015

Es folgt eine kurze Aufstellung der Dinge, die mich gerade beschäftigen.

Studium

Da ich so gut in der Zeit liege, lasse ich es gerade ein wenig schleifen und verbringe nicht jede freie Minute damit, am Studium zu arbeiten. Dennoch konnte ich zumindest eine weitere Einsendeaufgabe fertigstellen (Thema: Moderation und Präsentation) und muss jetzt fürs erste Semester nur noch eine weitere erledigen. Allerdings wurden von den mittlerweile fünf abgegebenen Einsendeaufgaben erst zwei korrigiert, ich hoffe da tut sich in den nächsten Tagen etwas.

Arbeit

Ich denke im Moment stark darüber nach, in welche Richtung ich mich in Zukunft beruflich verändern möchte. Mir gefällt mein aktueller Status als Freiberufler sehr, doch das Programmieren allein erfüllt mich nicht mehr. Des Weiteren interessiere ich mich auch überhaupt nicht mehr für Neues in diesem Bereich, und so denke ich, dass ich mich, obwohl ich meinen Job gut mache, umorientieren sollte. Wohin weiß ich allerdings noch nicht. Ich glaube, mir würden zumindest anteilig Koordinationsaufgaben gut liegen und außerdem sollte es etwas sein, bei dem ich das Wissen über Psychologie, das ich mir gerade durch mein Fernstudium aneigne, auch einsetzen kann. Als Hilfestellung habe ich mir in der Stadtbücherei mal das Buch Finde den Job, der dich glücklich macht: Von der Berufung zum Beruf von Angelika Gulder geliehen und arbeite das nebenbei durch.

Zocken

Wie letzte Woche bereits geschrieben, habe ich mal wieder meine Xbox 360 entstaubt und mir Skyrim gekauft. Nach zwei Tagen war der Download dann auch endlich abgeschlossen und ich konnte endlich loslegen. Ich habe seitdem jeden Tag ein bisschen gespielt und bin wirklich begeistert. Der Umfang des Spiels ist immens und die Welt zieht mich voll rein. Es gibt einfach so viel zu tun und die Welt sieht fantastisch aus. Ich laufe total gern einfach nur so durch die Landschaft um von A nach B zu kommen, ohne die Schnellreisefunktion zu nutzen. Mal schauen, wie lange es mich fesseln kann, im Moment tut es das auch jeden Fall!

Podcasts

Wenn ich zur Arbeit fahre, laufen gehe oder einfach so allein in der Stadt unterwegs bin, habe ich eigentlich immer einen Podcast auf den Ohren. Es gibt eine Unzahl an Podcasts, die ich regelmäßig höre. Anfang Januar ist ein neuer Podcast gestartet, der mich mit seiner ersten Folge sehr beeindruckt hat: Invisibilia. Darin geht es um die unsichtbaren Kräfte, die das menschliche Verhalten bestimmen, also Ideen, Überzeugungen, Vermutungen oder Emotionen. In der ersten Folge wird die Geschichte von Martin Pistorius erzählt, der über zwölf Jahre in seinem eigenen Körper eingesperrt war. Absolut überwältigend!

Wie im letzten Logbuch schließe ich auch hier mit dem Druck auf die Tränendrüse, denn mein Sohn hat mal wieder einen Virus aus der Kita mitgebracht und ihn freundlicherweise an mich weitergegeben…

Logbuch vom 20.01.2015

Ich möchte ein wenig Leben in mein Blog bringen und in höherer Frequenz Artikel veröffentlichen. Um eine mehr oder weniger große Regelmäßigkeit reinzubringen, starte ich hiermit die Serie “Logbuch”. Im Prinzip greife ich damit die ursprüngliche Idee eines Blogs auf, nämlich eine Art Tagebuch. In der Kategorie möchte ich ca. einmal wöchentlich (nagelt mich nicht drauf fest!) kurz über alles schreiben, was mich gerade bewegt. Und nun gehts auch schon los!

Studium

Neben der Familie und der Arbeit nimmt mein im Oktober begonnenes Fernstudium in Psychologie sicherlich den größten Teil meines Lebens ein. Das erste Semester neigt sich jetzt so langsam aber sicher dem Ende zu und ich liege mit der Erbringung der notwendigen Leistungen echt gut in der Zeit: Die Klausur in Statistik habe ich bestanden, und von den sechs zu bearbeitenden Einsendeaufgaben sind vier abgesendet, zwei davon bereits als bestanden gewertet. Somit werde ich voraussichtlich nicht ganz bis Ende März brauchen um das Semester abzuschließen und kann vielleicht schon etwas früher damit beginnen, den Stoff des zweiten Semesters zu lesen. Dieses wird nämlich hammerhart: drei zu bearbeitende Module, jedes davon ist mit einer Klausur abzuschließen.

Lesen

Fast alles was ich den ganzen Tag tue hat mit lesen zu tun, seien es Onlineartikel, Fernlehrbriefe, Bücher oder E-Mails. Da das Lesen einen so riesigen Teil einnimmt, halte ich es für sinnvoll, mich mal mit einer Schnelllesetechnik zu befassen. Zu diesem Zweck habe ich mir das Buch BrainRead: Effizienter lesen – mehr behalten. Lesen wie die Schweden gekauft und angefangen, es zu bearbeiten. Ich war zwar skeptisch, aber das ganze scheint zu funktionieren: Nach drei Lesetests habe ich meine Effective Reading Rate (Lesegeschwindigkeit unter Berücksichtigung vom Verständnis des Textes) mehr als verdoppelt. Das funktioniert mit dem sogenannten “Chunking”. Wenn man auf Kosten des Textverständnisses noch schneller durch Texte pflügen möchte, wird noch das “Skimming” und das “Scanning” beschrieben, diese interessieren mich derzeit aber weniger, weil ich die Texte, die ich lese, in der Regel vollständig verstehen möchte.

Außerdem habe ich das Buch Hirnrissig: Die 20,5 größten Neuromythen – und wie unser Gehirn wirklich tickt gelesen. Von außen sieht das verdächtig nach Populärwissenschaft aus, aber der Inhalt ist super geschrieben und wissenschaftlich fundiert. Ich habe wahnsinnig viel über unser Gehirn gelernt und kann das Buch sehr empfehlen!

Zu guter letzt haben wir noch ein neues veganes Kochbuch im Schrank: Abgefahrn Vegan – Good Food for Bad Vegans. Natalie Slater präsentiert eine riesige Menge ausgefallener Rezepte, die ich so oder ähnlich noch nicht in anderen Kochbüchern gesehen habe. Bisher habe ich beim Ausprobieren ein Misserfolg (Arme-Ritter-Banane-Cupcakes, war vermutlich mein Fehler) und zwei Riesenerfolge (Black Metal Forest Brownies und Taco Lasagne) zu verzeichnen.

Hochbegabung

Ich lese sehr viele Artikel über Psychologie und bin neulich zufällig auf einen Artikel über Hochbegabung gestolpert. Dabei habe ich verwundert festgestellt, dass echt viele der typischen “Symptome” von Hochbegabten – positive wie negative – auf mich zutreffen. Das hat mich neugierig gemacht. Da ich noch nie einen IQ-Test absolviert habe, habe ich mich mal zu einem Test der Mensa in Deutschland angemeldet. Ich bin gespannt…

Zocken

Früher war ich mal ein leidenschaftlicher Zocker. Mittlerweile fehlt mir da sowohl das Interesse, als auch die Zeit zu. Manchmal habe ich aber Tage, wo ich mal wieder richtig Bock aufs Zocken habe. In der Regel schaue ich mich dann mit dem iPad im App Store um und suche nach Spielen für Zwischendurch. Aber irgendwie habe ich da keine befriedigenden Erfahrungen (bis auf Monument Valley, das ist großartig!), die meisten Spiele sind einfach Zeitverschwendung. Gestern Abend hatte ich dann plötzlich das Verlangen, meine Xbox mal wieder anzumachen und was richtiges zu spielen. Und was tut jemand wie ich, der selten Zeit und Lust zum Spielen hat? Klar, Skyrim kaufen. Super Idee, aber ich hatte Bock drauf. Und dann konnte ich es nichtmal anspielen, weil der Download des Spiels unglaublich langsam war. Na mal sehen, wann ich da das nächste Mal Lust drauf habe…

Sonstiges

Zu guter Letzt bleibt mir der Druck auf die Tränendrüsen, denn am Samstag war der erste trockene und sonnige Tag seit langem und ich habe ihn von morgens bis abends im Büro verbracht. Pfui.

Fernstudium Psychologie: So lief das erste halbe Semester

Studiengang

Wie hier angekündigt, habe ich am 01.10.2014 ein Fernstudium in Psychologie an der PFH Göttingen begonnen. Das Studium läuft berufsbegleitend und wird bis zum Bachelor voraussichtlich acht Semester (vier Jahre) dauern. Die erste Hälfte des ersten Semesters ist jetzt vorbei und ich möchte hier kurz meine ersten Eindrücke des Studiums wiedergeben und ein erstes Zwischenfazit ziehen.

Ziele des Semesters

Zum erfolgreichen Abschluss des ersten Semesters müssen drei Module bearbeitet werden. Größter Brocken ist das Modul “Statistik 1”, welches als einziges mit einer Klausur abgeschlossen werden muss. Außerdem verlangt es die Teilnahme an vier Online- und einer ganztägigen Präsenzveranstaltung. Eine weitere Onlineveranstaltung muss für das Modul “Durchführung und Präsentation empirischer Untersuchungen” besucht werden. Ansonsten werden genau wie beim dritten Modul im Bunde, “Allgemeine Psychologie 1”, zum erfolgreichen Abschluss nur bearbeitete Einsendeaufgaben benötigt.

Meine Strategie

Ich habe mir vorgenommen, mich von Anfang an ausschließlich mit Statistik zu beschäftigen, damit ich bereits Anfang Dezember die Klausur schreiben kann. Ein ziemlich ambitionierter Plan, den ich deshalb aufgestellt habe, weil ich bereits ein Wirtschaftsinformatikstudium hinter mir und dadurch etwas Vorwissen habe. Außerdem waren die mathematischen Fächer immer meine besten und meine Hoffnung war, dass ich deshalb den Stoff schnell verstehen kann. Der Plan ist soweit aufgegangen: Ich habe an allen Onlineveranstaltungen und dem Präsenzseminar teilgenommen und am 07.12. die Klausur geschrieben. Somit kann ich mich in der zweiten Hälfte des Semesters voll auf die Einsendeaufgaben konzentrieren. Ich muss aber zugeben, dass ich meinen Plan in einigen Momenten bereut habe. Vermutlich wäre mein Semester insgesamt entspannter gewesen, wenn ich Statistik erst im März geschrieben hätte. Aber natürlich bin ich jetzt richtig froh, die Klausur hinter mir zu haben und würde es beim nächsten Mal vermutlich wieder genauso machen.

Zeitlicher Aufwand

Die PFH spricht auf ihrer Seite von einem wöchentlichen Aufwand von 20-25 Stunden, den man in das Studium investieren muss. Diesen Richtwert erfülle ich bei weitem nicht und kann ihn auch in Zukunft nicht erfüllen. Mein Umfeld sieht so aus, dass ich Vollzeit arbeite und eine Familie mit einem einjährigen Sohn habe, die unter meinem Studium nicht leiden soll. Daher beschränkt sich mein Lernaufwand bisher auf 1-2 Stunden abends, wenn mein Sohn schläft. So komme ich auf höchstens zehn Stunden Lernen pro Woche, die hoffentlich ausreichen werden. Das zu testen war auch ein Grund für mich, mich für die frühe Statistikklausur zu entscheiden. Das hat mit dem Aufwand recht gut funktioniert, die richtige Feuerprobe kommt aber im zweiten Semester, wenn drei Module bearbeitet und durch jeweils eine Klausur abgeschlossen werden müssen.

So lerne ich

Ich habe so angefangen, dass ich zuerst einen Lehrbrief komplett gelesen habe, ihn dann nochmal zusammen mit den vorgegebenen Lernzielen durchgegangen bin und dabei aus den relevanten Punkten Lernkarten erstellt habe. Nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass diese Vorgehensweise für die Zeit, die ich investieren kann, zu langsam ist. Also bin ich dazu übergegangen, direkt beim ersten Lesen mit Hilfe der Lernziele Lernkarten zu erstellen. Natürlich habe ich darauf geachtet, dass ich die Dinge, die ich aufgeschrieben auch verstanden habe. Die Bereiche der Lehrbriefe, die laut den Lernzielen nicht relevant waren, habe ich ausgelassen. Als Tool für die Lernkarten benutze ich übrigens die App Flashcards Deluxe für das iPad. Bis zum Präsenzseminar, das genau eine Woche vor der Klausur stattfand, habe ich den Stoff ausschließlich mit Hilfe der Lernkarten gelernt. Am Präsenzseminar selbst sowie in der Woche direkt vor der Klausur habe ich Übungsaufgaben sowie die Probeklausur bearbeitet.

Termine

Für die Teilnahme an einer Onlinevorlesung standen je drei Termine zur Auswahl, aus denen man sich einen passenden aussuchen konnte. Einer davon lag immer auf einem Wochentag morgens von 9-11 Uhr, die anderen beiden lagen auf zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen abends von 18-20 Uhr. Für die Präsenzveranstaltung stand für jeden der drei Studienorte (Göttingen, Berlin und Ratingen) genau ein Termin an einem Samstag von 9-17 Uhr zur Auswahl. Mittlerweile wurde der gesamte Zyklus aus Online- und Präsenzseminaren verdoppelt, so dass es auch in der zweiten Hälfte des Semesters die Möglichkeit zur Teilnahme gibt. Für das Schreiben der Statistikklausur standen mir zwei Termine zur Verfügung: ein Sonntag im Dezember oder ein Samstag im März, jeweils von 9-11 Uhr. Generell wird jede Klausur vier mal jährlich angeboten.

Betreuung der PFH und Lehrbriefe

Die Betreuung durch die PFH habe ich noch gar nicht recht in Anspruch genommen. Im Zuge des Lesens der Statistiklehrbriefe habe ich eine fachliche Frage per E-Mail gestellt, die sehr schnell und hilfreich durch den Professor beantwortet wurde. Die Lehrbriefe sind gut zu lesen und beinhalten alles, was man für die Klausur wissen muss. Es wird also keine Sekundärliteratur benötigt. Das ist definitiv besser als so manches zusammenkopiertes Skript, das man an einer Präsenzuni bekommt.

Vorläufiges Fazit

Bisher habe ich noch keine Sekunde bereut, das Studium begonnen zu haben. Und das, obwohl die inhaltlich interessanten Module erst ab dem zweiten Semester behandelt werden. Das Lernen macht Spaß und bisher klappt es auch gut, es mit meinem Leben zu vereinen. Ich hoffe, das werde ich auch in Zukunft hinbekommen. In den nächsten Wochen werde ich mich mit den ausstehenden Einsendeaufgaben beschäftigen um das erste Semester erfolgreich abzuschließen und dann freue ich mich auf das nächste Semester!

Zurück auf die Schulbank

Nachdem ich nun schon seit gefühlten Ewigkeiten nach einer Tätigkeit suche, die mir Spaß macht und die mich erfüllt, ist sie mir diese Woche endlich vor die Füße gefallen. Mir ist aufgefallen, dass sich Artikel und Bücher, die ich lese, fast ausschließlich um Themen drehen, die mehr oder weniger mit Psychologie zu tun haben. Ich verschlinge das Thema schon seit längerem ohne es zu merken.

Die logische Folgerung aus dieser Erkenntnis ist, dass ich es zu mehr machen möchte, als mich nur darüber zu informieren. Es wäre toll, wenn ich irgendwie meinen Beruf um die Psychologie erweitern könnte. Als ich mir die verschiedenen Felder der Psychologie angeschaut habe, wurde ich erstmal erschlagen. Das sind echt viele. Und fast alle davon finde ich echt interessant! Den meisten (inkl. mir) ist ja nur die klinische Psychologie bekannt, die mich wiederum nicht anspricht.

Besonders cool wären für mich Tätigkeiten auf der Schnittstelle zwischen Informatik und Psychologie. Das ist ein Bereich, der in Zukunft voraussichtlich immer größer wird und neue Berufsfelder entstehen lassen wird, die man sich heute nichtmal vorstellen kann. Stellvertretend genannt sei hier der Bereich der künstlichen Intelligenz.

Ich möchte mir die Tür zu solchen Berufsmöglichkeiten gern öffnen. Was brauche ich dafür? Ganz einfach, vorausgesetzt wird lediglich ein abgeschlossenes Studium der Psychologie. Ohne geht da nichts. Natürlich nicht ganz einfach, im ersten Moment habe ich das natürlich als völlige Utopie abgetan. Aber informiert habe ich mich trotzdem. Es gibt in Deutschland zwei Möglichkeiten, ein Bachelorstudium in Psychologie als Fernstudium in Teilzeit berufsbegleitend zu absolvieren: an der FernUniversität Hagen und an der PFH Private Hochschule Göttingen.

Je mehr ich mich über die Studieninhalte und Erfahrungen von Studenten informiert hatte, desto mehr Lust bekam auch ich auf das Studium. Die einzige (und entscheidende) offene Frage für mich ist: Lässt sich ein solches Studium zeitlich mit meinem Leben aus Vollzeitjob und Familie vereinbaren? Eine Frage, die sich abschließend wohl nur durch Ausprobieren beantworten lässt. Zumindest habe ich dadurch, dass ich als Freiberufler tätig bin, die Möglichkeit, auch mal im Job etwas zurückzutreten, falls es eng wird. Und so habe ich mich gestern Abend auf einen Studienplatz an der PFH beworben und werde, falls meine Bewerbung Erfolg hat, im Oktober mein Fernstudium beginnen. Ich kanns kaum erwarten!