Fernstudium Psychologie: So lief das erste halbe Semester

Studiengang

Wie hier angekündigt, habe ich am 01.10.2014 ein Fernstudium in Psychologie an der PFH Göttingen begonnen. Das Studium läuft berufsbegleitend und wird bis zum Bachelor voraussichtlich acht Semester (vier Jahre) dauern. Die erste Hälfte des ersten Semesters ist jetzt vorbei und ich möchte hier kurz meine ersten Eindrücke des Studiums wiedergeben und ein erstes Zwischenfazit ziehen.

Ziele des Semesters

Zum erfolgreichen Abschluss des ersten Semesters müssen drei Module bearbeitet werden. Größter Brocken ist das Modul “Statistik 1”, welches als einziges mit einer Klausur abgeschlossen werden muss. Außerdem verlangt es die Teilnahme an vier Online- und einer ganztägigen Präsenzveranstaltung. Eine weitere Onlineveranstaltung muss für das Modul “Durchführung und Präsentation empirischer Untersuchungen” besucht werden. Ansonsten werden genau wie beim dritten Modul im Bunde, “Allgemeine Psychologie 1”, zum erfolgreichen Abschluss nur bearbeitete Einsendeaufgaben benötigt.

Meine Strategie

Ich habe mir vorgenommen, mich von Anfang an ausschließlich mit Statistik zu beschäftigen, damit ich bereits Anfang Dezember die Klausur schreiben kann. Ein ziemlich ambitionierter Plan, den ich deshalb aufgestellt habe, weil ich bereits ein Wirtschaftsinformatikstudium hinter mir und dadurch etwas Vorwissen habe. Außerdem waren die mathematischen Fächer immer meine besten und meine Hoffnung war, dass ich deshalb den Stoff schnell verstehen kann. Der Plan ist soweit aufgegangen: Ich habe an allen Onlineveranstaltungen und dem Präsenzseminar teilgenommen und am 07.12. die Klausur geschrieben. Somit kann ich mich in der zweiten Hälfte des Semesters voll auf die Einsendeaufgaben konzentrieren. Ich muss aber zugeben, dass ich meinen Plan in einigen Momenten bereut habe. Vermutlich wäre mein Semester insgesamt entspannter gewesen, wenn ich Statistik erst im März geschrieben hätte. Aber natürlich bin ich jetzt richtig froh, die Klausur hinter mir zu haben und würde es beim nächsten Mal vermutlich wieder genauso machen.

Zeitlicher Aufwand

Die PFH spricht auf ihrer Seite von einem wöchentlichen Aufwand von 20-25 Stunden, den man in das Studium investieren muss. Diesen Richtwert erfülle ich bei weitem nicht und kann ihn auch in Zukunft nicht erfüllen. Mein Umfeld sieht so aus, dass ich Vollzeit arbeite und eine Familie mit einem einjährigen Sohn habe, die unter meinem Studium nicht leiden soll. Daher beschränkt sich mein Lernaufwand bisher auf 1-2 Stunden abends, wenn mein Sohn schläft. So komme ich auf höchstens zehn Stunden Lernen pro Woche, die hoffentlich ausreichen werden. Das zu testen war auch ein Grund für mich, mich für die frühe Statistikklausur zu entscheiden. Das hat mit dem Aufwand recht gut funktioniert, die richtige Feuerprobe kommt aber im zweiten Semester, wenn drei Module bearbeitet und durch jeweils eine Klausur abgeschlossen werden müssen.

So lerne ich

Ich habe so angefangen, dass ich zuerst einen Lehrbrief komplett gelesen habe, ihn dann nochmal zusammen mit den vorgegebenen Lernzielen durchgegangen bin und dabei aus den relevanten Punkten Lernkarten erstellt habe. Nach kurzer Zeit habe ich gemerkt, dass diese Vorgehensweise für die Zeit, die ich investieren kann, zu langsam ist. Also bin ich dazu übergegangen, direkt beim ersten Lesen mit Hilfe der Lernziele Lernkarten zu erstellen. Natürlich habe ich darauf geachtet, dass ich die Dinge, die ich aufgeschrieben auch verstanden habe. Die Bereiche der Lehrbriefe, die laut den Lernzielen nicht relevant waren, habe ich ausgelassen. Als Tool für die Lernkarten benutze ich übrigens die App Flashcards Deluxe für das iPad. Bis zum Präsenzseminar, das genau eine Woche vor der Klausur stattfand, habe ich den Stoff ausschließlich mit Hilfe der Lernkarten gelernt. Am Präsenzseminar selbst sowie in der Woche direkt vor der Klausur habe ich Übungsaufgaben sowie die Probeklausur bearbeitet.

Termine

Für die Teilnahme an einer Onlinevorlesung standen je drei Termine zur Auswahl, aus denen man sich einen passenden aussuchen konnte. Einer davon lag immer auf einem Wochentag morgens von 9-11 Uhr, die anderen beiden lagen auf zwei aufeinanderfolgenden Wochentagen abends von 18-20 Uhr. Für die Präsenzveranstaltung stand für jeden der drei Studienorte (Göttingen, Berlin und Ratingen) genau ein Termin an einem Samstag von 9-17 Uhr zur Auswahl. Mittlerweile wurde der gesamte Zyklus aus Online- und Präsenzseminaren verdoppelt, so dass es auch in der zweiten Hälfte des Semesters die Möglichkeit zur Teilnahme gibt. Für das Schreiben der Statistikklausur standen mir zwei Termine zur Verfügung: ein Sonntag im Dezember oder ein Samstag im März, jeweils von 9-11 Uhr. Generell wird jede Klausur vier mal jährlich angeboten.

Betreuung der PFH und Lehrbriefe

Die Betreuung durch die PFH habe ich noch gar nicht recht in Anspruch genommen. Im Zuge des Lesens der Statistiklehrbriefe habe ich eine fachliche Frage per E-Mail gestellt, die sehr schnell und hilfreich durch den Professor beantwortet wurde. Die Lehrbriefe sind gut zu lesen und beinhalten alles, was man für die Klausur wissen muss. Es wird also keine Sekundärliteratur benötigt. Das ist definitiv besser als so manches zusammenkopiertes Skript, das man an einer Präsenzuni bekommt.

Vorläufiges Fazit

Bisher habe ich noch keine Sekunde bereut, das Studium begonnen zu haben. Und das, obwohl die inhaltlich interessanten Module erst ab dem zweiten Semester behandelt werden. Das Lernen macht Spaß und bisher klappt es auch gut, es mit meinem Leben zu vereinen. Ich hoffe, das werde ich auch in Zukunft hinbekommen. In den nächsten Wochen werde ich mich mit den ausstehenden Einsendeaufgaben beschäftigen um das erste Semester erfolgreich abzuschließen und dann freue ich mich auf das nächste Semester!

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2 Comments

  1. Hallo mcflash,

    na das hört sich alles sehr spannend an.
    Läuft es immer noch so wie Du es Dir vorgestellt hast?
    Bezüglich Lernerfolgen und dem Vereinbaren mit dem Alltag.
    Hatte das ja auch mal ins Auge gefasst, aber bin schon am Zweifeln, vor allem was den Zeitfaktor angeht.
    Gibt es eigentlich eine Regelstudienzeit?

    Viel Erfolg weiterhin!

    1. Hi whitehorus,

      ja bisher läuft immer noch alles sehr gut. Aber ich muss wirklich durch den Stoff durchpushen, um alles in der Zeit zu schaffen, die ich aufbringen kann. Das sind nach wir vor höchstens 10 Stunden / Woche. Das klappt auch nur, weil der Stoff interessant ist und das Lesen die meiste Zeit Spaß macht. Mein Vorhaben war ja, nur dann zu lernen, wenn mein Sohn schläft und falls es schlecht läuft, eher weniger zu arbeiten um mehr Zeit zum Lernen zu haben. Bisher musste ich darauf aber noch nicht zurückgreifen.

      Ich habe mittlerweile zwei Klausuren geschrieben (Statistik 1 im Dezember und Differenzielle Psychologie und Persönlichkeitspsychologie im Mai) und bereite mich auf zwei weitere (Ende August und Ende September) vor. Ich bin noch sehr guten Mutes, dass ich das Studium durchziehen kann und die Motivation ist auch noch vorhanden.

      Die Regelstudienzeit für das Teilzeitstudium ist 8 Semester bis zum Bachelor.

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