3 verbreitete Ängste beim Schreiben und wie sie überwunden werden können

Ich arbeite gerade daran, eine Schreibgewohnheit zu etablieren. Dafür habe ich den Onlinekurs “30 Days to Better Writing” von Sean McCabe absolviert. In einer der ersten Aufgaben sollte ich aufschreiben, wovor ich beim Schreiben Angst habe.

Beim Gedanken daran, etwas zu erschaffen und zu veröffentlichen sieht sich jeder mit Ängsten konfrontiert. Wenn man sich nicht überlegt, wie man sie überwindet, kann das dazu führen, dass man seine neue Gewohnheit schnell wieder aufgibt oder gar nicht erst beginnt. In diesem Artikel teile ich meine konkreten Ängste und einige Ideen, wie ich sie überwinden möchte.

Angst vor Themenmangel

Ich habe Angst davor, dass mir die Themen ausgehen. Ich habe schon einige Blogs gestartet, aber ich konnte bisher noch keines über einen längeren Zeitraum aufrecht erhalten. Nach einiger Zeit saß ich immer vor meinem Computer und wusste nicht, worüber ich schreiben soll. Letzten Endes sind die Blogs alle irgendwann eingeschlafen.

In “30 Days to Better Writing” habe ich zwei Prinzipien gelernt, wie man diesem Themenmangel vorbeugen kann:

  1. Man sollte sich niemals zum Schreiben hinsetzen ohne vorher zu wissen, worüber man schreibt. Um das zu erreichen, legt man sich am besten einen redaktionellen Kalender an, in dem alle Tage der kommenden Woche aufgeführt sind. An einem Tag der Woche, dem Thementag, denkt man über Themen nach und weist jedem Tag der folgenden Woche ein Thema zu. So weiß man immer, worüber man schreibt.

  2. Bevor man anfängt, seine Artikel zu veröffentlichen, stellt man zunächst 4-6 Artikel fertig. Diesen Vorrat füllt man immer wieder auf, so dass man auch in unproduktiven Zeiten einen regelmäßigen Veröffentlichungsrhythmus beibehalten kann.

Eine andere Möglichkeit, Themen zu finden, ist das Aufschreiben seines Gedankenstroms. Hierbei schreibt man einfach alles auf, was einem gerade im Kopf vorgeht. Das kann erstmal der größte Müll sein. Ich habe diese Übung im Laufe des Kurses häufig durchgeführt und dabei die Erfahrung gemacht, dass sich die eigenen Gedanken dabei sortieren. Es kommt nahezu immer etwas Wertvolles dabei heraus, und sei es nur der Anstoß für ein neues Thema. Nicht alles, was man im Rahmen seiner Schreibgewohnheit produziert, muss veröffentlicht werden.

Angst vor Motivationsverlust

Außerdem habe ich Angst davor, dass mich die Motivation verlässt. Diese Angst hängt eng mit der Angst vor einem Mangel an Themen zusammen. Wenn man das Gefühl hat, dass man nichts zu sagen hat, sinkt automatisch die Motivation. Umgekehrt steigt die Motivation, wenn man genau weiß, worüber man schreiben möchte. Die Pflege des redaktionellen Kalenders hilft somit auch dabei, die eigene Motivation hoch zu halten.

Des Weiteren sollte man sich vor Augen führen, warum man schreibt und was man mit dem Schreiben erreichen möchte. In einer späteren Übung aus “30 Days to Better Writing” schrieb ich auf, was ich in den nächsten zwei Jahren mit meiner Schreibgewohnheit erreichen möchte. Wenn die Motivation sinkt und man sich fragt, ob das Schreiben wirklich noch so eine gute Idee ist, kann man auf diese formulierten Ziele zurückgreifen. Über meine eigenen Ziele werde ich noch einen separaten Artikel verfassen.

Angst vor Scham und Ablehnung

Meine größte Angst bezüglich des Veröffentlichens meiner Texte ist die Angst vor Ablehnung. Diese bezieht sind insbesondere auf Menschen, die ich persönlich kenne. Am liebsten wäre mir, wenn nur wildfremde Leute meine Texte lesen würden.

Die Ursache liegt darin, dass mir der Mut zur Verletzlichkeit fehlt. Ich schäme mich, wenn ich etwas von mir zeige. Damit ist mein Selbstwertgefühl davon abhängig, ob es anderen gefällt oder nicht. Die Aussicht, dass jemand, der mich kennt, meine Texte für katastrophal hält, macht mir Angst.

Dieses Muster begleitet mich schon lange und ich arbeite daran, es zu überwinden. Letztens habe ich zwei sehr empfehlenswerte Bücher dazu gelesen: Kristin Neff – Self-Compassion: Stop Beating Yourself Up and Leave Insecurity Behind und Brené Brown – Daring Greatly: How the Courage to Be Vulnerable Transforms the Way We Live, Love, Parent, and Lead. Über letzteres habe ich hier bereits einen Artikel verfasst.

Um diese Angst zu überwinden möchte ich erreichen, dass mein Selbstwertgefühl unabhängig von den Urteilen meiner Leser ist. Ich möchte den Mut aufbringen, mich selbst in meinen Texten zu zeigen. Grundstein dafür wird sein, mein Selbstmitgefühl aufzubauen. Außerdem möchte ich durch das regelmäßige Schreiben und Veröffentlichen dafür sorgen, dass es für mich ein alltäglicher Prozess wird und allein dadurch die Angst vor Ablehnung sinkt.

Zusammenfassung

Es ist hilfreich, sich seiner Ängst bewusst zu werden, bevor man ein neues Projekt startet. Wenn man darüber nachdenkt, wie man die Ängste überwinden kann, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie dafür sorgen, dass man sein Projekt wieder aufgibt oder gar nicht erst startet.

Mein Projekt ist das Etablieren einer täglichen Schreibgewohnheit und damit verbunden das regelmäßige Veröffentlichen von Artikeln hier im Blog. Die Ängste, die ich dabei verspüre habe ich zusammen mit Lösungsideen oben beschrieben. Hier sind sie noch einmal stichpunktartig zusammengefasst:

  • Angst vor Themenmangel: Redaktioneller Kalender, Artikelvorrat, Gedankenstromschreiben
  • Angst vor Motivationsverlust: Redaktioneller Kalender, Ziele setzen
  • Angst vor Scham und Ablehnung: Selbstmitgefühl, Schreibgewohnheit

Welches Projekt möchtest Du starten? Welche Ängste verspürst Du dabei? Ich freue mich über Deine Antworten in den Kommentaren. Bitte teile den Artikel in Deinem Netzwerk, wenn er Dir gefallen hat. Du kannst mir außerdem auf Twitter folgen.

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