Ich bin Malala

“‘Wenn du etwas ganz fest willst, dann wird das Universum darauf hinwirken, dass du es erreichen kannst’, heißt es in dem Roman [Der Alchimist, Anm. von mcflash99]. Ich glaube, Paulo Coelho ist noch nie Taliban oder einem unserer unfähigen Politiker begegnet.”

Vor kurzem habe ich das Buch “Ich bin Malala: Das Mädchen, das die Taliban erschießen wollten, weil es für das Recht auf Bildung kämpft” von Malala Yousafzai gelesen.

Malala ist ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, als sie im Oktober 2012 in ihrer Heimat Pakistan von den Taliban durch einen Kopfschuss fast ermordet worden wäre, weil sie sich für ein Recht auf Bildung für Mädchen einsetzte. Die damals 15-jährige überlebte den Angriff, hielt 2013 eine Rede vor den Vereinten Nationen und bekam 2014 den Friedensnobelpreis als jüngste Preisträgerin in der Geschichte des Nobelpreises.

In ihrem Buch beschreibt Malala autobiografisch ihre Kindheit im Swat-Tal und geht dabei sehr detailliert auf ihre Familie und Freunde ein. Man erfährt viel über die Lebensumstände, die Kultur und die Menschen in Pakistan und darüber, dass sich die Menschen im Swat-Tal eigentlich gar nicht so richtig zu Pakistan zugehörig fühlen.

Das Leben im Swat-Tal war friedlich und frei, viele Familien hatten Fernseher und westliche Medien waren überall zu haben. Darüberhinaus konnte jeder zur Schule gehen. Malalas Vater eröffnete selbst eine Schule und Malala besuchte dort mit ihren Freundinnen den Unterricht. Die Wichtigkeit der Schule und ihre Liebe zum Lernen betont sie immer wieder.

In den Nachwirkungen vom 11. September änderten sich diese Umstände langsam aber stetig: Nach und nach fassten die Taliban immer mehr Fuß im Swat-Tal. Malala erzählt, wie die Taliban es mittels eines zunächst gemäßigten Radiosenders schafften, immer mehr Unterstützung zu bekommen. Mit der Zeit wurden die Botschaften allerdings radikaler und nach und nach wurde das Leben der Einwohner immer weiter beschnitten. Fernseher und DVDs wurden verboten, Schulen geschlossen (später auch gesprengt) und Mädchen wurde es untersagt, Schulen zu besuchen.

Malala besuchte trotzdem immer weiter die Schule ihres Vaters und setzte sich öffentlich für das Recht auf Bildung für Mädchen ein. Nach dem oben beschriebenen Attentat durch die Taliban beschreibt Malala, wie sie wie durch ein Wunder überlebt hat und in ihrer neuen Heimat Birmingham genesen konnte.

In ihrem neuen Leben sieht sie sich erst recht dazu berufen, weiter für das Recht auf Bildung für Mädchen überall auf der Welt zu kämpfen und gründet den Malala Fund.

Ich habe durch das Lesen des Buches eine Menge über eine mir vorher völlig unbekannte Kultur erfahren. Wenn heute in den Medien über die Umstände in Pakistan und die Taliban berichtet wird, ist das für mich deutlich greifbarer als vor der Lektüre. Mehr als einmal standen mir beim Lesen des Buchs die Tränen in den Augen, sowohl aus Unverständnis als auch aus Rührung. Malala ist eine wunderbare Persönlichkeit, die versucht, Änderungen auf dieser Welt herbeizuführen. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass sie damit Erfolg hat!

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